Erste Fragebögen der Bundeswehr verschickt

Beratungsstellen in RLP bereiten sich auf mehr Kriegsdienstverweigerer vor

Die ersten Fragebögen zum neuen Wehrdienst der Bundeswehr sind verschickt worden, auch an 18-Jährige in RLP. Die Truppe soll größer werden. Doch die Zahl der Kriegsdienstverweigerer nimmt zu.

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Die Bundeswehr ist erstmals seit Jahren deutlich gewachsen. 3.000 Soldaten und Soldatinnen mehr waren es im vergangenen Jahr. Damit sei die Truppe so groß wie seit 12 Jahren nicht mehr, sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag. Aber die Ziele sind noch nicht erreicht. Die Bundeswehr wirbt weiter um Nachwuchs. Die ersten Fragebögen an 18-jährige Männer, die zur Musterung gehen müssen, wurden in Rheinland-Pfalz verschickt.

Doch auch die Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat deutlich zugenommen: 2022 waren es bundesweit noch rund 1.000, im vergangenen Jahr fast 3.900.

Anträge auf Kriegsdienstverweigerung

Deutsche Friedensgesellschaft bildet neue Berater aus

Die Deutsche Friedensgesellschaft in Trier bildet deshalb neue Berater aus. Marius Pletsch von der Friedensgesellschaft sagt dazu: "Jetzt erst werden die Leute damit konfrontiert, indem die Briefe bei ihnen zu Hause landen. Deshalb rechnen wir damit, dass die Nachfrage steigen wird. Und darauf bereiten wir uns jetzt vor."

Wer zum Friedenszentrum in Trier kommt, hat sich meist schon entschieden und wird beraten, wie man den Kriegsdienst verweigert. Die Evangelische Kirche der Pfalz will neutral beraten, sagt sie. Aber sie ist durchaus kritisch, leicht dürfe sich die Entscheidung keiner machen.

"Es ist ja nicht so, dass ich da als junger Mensch ein halbes Jahr hingehe und dann ist es vorbei, sondern ich bin dann ausgebildeter Soldat, kann mein Leben lang einberufen werden, werde automatisch Teil der Reserve und es ist eine Entscheidung die das ganze Leben betrifft", sagt Gregor Rehm, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Wer sind die Kriegdienstverweigerer?

Manche Jugendliche fühlen sich von Politik übergangen

Manche Jugendliche in Rheinland-Pfalz wie Jonathan Werle fühlen sich von der Politik übergangen und nicht gehört. Der Gymnasiast war im Dezember in Koblenz bei einem Schulstreik gegen den neuen Wehrdienst dabei. Er will auf keinen Fall zur Bundeswehr gehen und sagt: "Wenn wir jetzt sehen, dass in allen Teilen der Welt faschistische, antiliberale Kräfte so auf dem Vormarsch sind, wenn auch Gewalt immer wieder tragbar wird ... , dann bin ich an dem Punkt, dass es mir darum geht, diesen Kreislauf von Gewalt und Unfreiheit zu durchbrechen."

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SWR

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