Für Helen Roth gehört Kultur nicht in den Elfenbeinturm, sondern mitten in die Gesellschaft. In ihrer journalistischen Arbeit versteht sie Kunst und Kultur als Teil von Bildung – und als Voraussetzung demokratischer Teilhabe. Als Multimedia-Redakteurin, Moderatorin und Autorin bei SWR Kultur spürt sie kulturellen Phänomenen dort nach, wo sie in den Alltag hineinwirken.
So schreibt sie darüber, wie Serienhits unseren Modegeschmack prägen, warum die KI-Stimme von Pumuckl Synchronsprechenden Sorgen bereitet oder weshalb Franz Kafka heute womöglich ein erfolgreicher Social-Media-Autor wäre. Besonders interessieren sie kulturelle Entwicklungen an den Schnittstellen von Kunst, Medienwandel und gesellschaftlicher Gegenwart.
Geprägt wurde dieser Zugang durch ein Studium der Germanistik, Philosophie und Psychologie sowie eine interdisziplinäre Promotion zwischen Theaterwissenschaft, Literatur und bildender Kunst. Schon früh beschäftigte sie die Frage, wie Kultur Identität verhandelt und öffentliche Debatten prägt. In ihrer Forschung zum Aktionskünstler Christoph Schlingensief untersuchte sie die politischen Potenziale künstlerischer Ausdrucksformen.
Den Schritt vom Hörsaal ans Mikrofon vollzog sie nicht ohne Zögern. Als Dozentin an der Universität Landau vermittelte sie angewandte Literatur- und Kulturwissenschaft und begeisterte Studierende für die gesellschaftliche Relevanz kultureller Themen. Doch schließlich wurde ihr der akademische Raum zu eng für die Öffentlichkeit, die sie erreichen wollte.
Journalistisch arbeitete sie zunächst in der Frühsendung „Aktuelle Kultur“ bei SWR Kultur sowie in den SWR Studios Kaiserslautern und Ludwigshafen. Heute ist sie in der Redaktion Aktuelle Kultur und bei SWR Kultur Online tätig – fürs Radio, fürs Netz und gelegentlich auch live auf der Bühne.
Ob analytisch oder erzählerisch, feuilletonistisch oder mit einem Augenzwinkern: Helen Roth erzählt Geschichten über Kultur als lebendigen Bestandteil gesellschaftlicher Wirklichkeit.