Spiel mit der Erdanziehung

Rafaële Giovanolas „Gravity“ am Staatstheater Mainz

„Gravity“ führt das Publikum mitten in einen Raum voller Risiko: Tänzer*innen erkunden Schwerkraft, Vertrauen und das kreative Potenzial des Fallens – intensiv, nah und berührend.

Teilen

Stand

Von Autor/in Natali Kurth

Mit ihrer Uraufführung „Gravity“ lädt Choreografin Rafaële Giovanola das Publikum in einen „Risikoraum“ ein: eine Arena, in der die Tänzerinnen und Tänzer der Schwerkraft und ihren eigenen Grenzen nachspüren.

Bekannt für ihre präzise Handschrift und humorvolle Arbeitspraxis, untersucht Giovanola nach ihrer FAUST-prämierten Choreografie „Sphynx“ nun das „Fallen“ – körperlich wie emotional.

Gravity - Ensemble tanzmainz
Das Ensemble tanzmainz. Pressestelle Andreas Etter

Das Publikum sitzt sich auf der Bühne und im Zuschauerraum gegenüber und erlebt die Tanzenden aus nächster Nähe. Sie stolpern, verlieren den Halt, fangen einander auf. Die Verunsicherung der Körper wird zum Bild einer Zeit, in der Weltbilder ins Wanken geraten.

Für Giovanola steht das Fallen zugleich für die Fähigkeit, sich anzupassen und neue Wege zu finden: Loslassen als Möglichkeit von Freiheit. „Gravity“ wird so zu einem intensiven Erlebnis über Vertrauen, Verletzlichkeit und das Entstehen von Kraft im Moment des Kontrollverlusts.