Gesellschaftskritisches vom Sieger Romeo Kaltenbrunner
Der österreichische Stand-Up-Comedian Romeo Kaltenbrunner steht im lässigen Outfit auf der Bühne des Renitenztheaters Stuttgart. Er hat ursprünglich eine technische Ausbildung gemacht und erst relativ spät sein Talent fürs Geschichtenerzählen entdeckt.
Seine Geschichten sind nicht ausgedacht, sondern nur zugespitzt – wie etwa das Spiel mit der eigenen gemischten ethnischen Herkunft.
„Emotional, persönlich und sehr glaubwürdig“
„Ich versuche, Dinge zu verbinden, die im ersten Moment keinen Sinn ergeben, aber ich glaube, dass alles irgendwie zusammenhängt“, sagt Kaltenbrunner. Er erzählt von Einschlaf-Apps, von diskriminierenden Bewerbungsgesprächen, von Beobachtungen, die er als Babysitter in einem wohlhabenden, hippen Wiener Bezirk macht, wo es keine Geschäfte, sondern nur noch teure Brot- oder Brillenmanufakturen gibt.
Themen, die Romeo Kaltenbrunner nicht nur geschickt miteinander verbindet – und dafür gibt es den Goldenen Besen - „weil er wichtige Themen aufgreift und das nicht nur lustig und leicht, sondern mit einer gewissen Bitterkeit und versteckt in einer Szene. Das emotional, persönlich und sehr glaubwürdig“, so Jurymitglied und Kabarettist Mathias Richling.
Wenn Männer ihre Tage hätten – zweiter Preis für AnnPhie Fritz
Ganz ähnlich AnnPhie Fritz, ebenfalls aus Österreich. Auch sie spielt mit gesellschaftlich relevanten Themen – der Gleichberechtigung etwa. So gibt die Kabarettistin, Theaterpädagogin und Schauspielerin etwa Antwort darauf, was wäre, wenn Männer ihre Tage hätten.
Mit der präzisen Körpersprache, mit der sie ihre Themen leidenschaftlich und handwerklich gut umsetzt, überzeugt sie die Jury und heimst den zweiten Preis ein.
Auch Fabian Lampert und das Duo BlöZinger ausgezeichnet
Den hölzernen Besen nimmt Comedian Fabian Lampert mit nach Hause. Der Wahlkölner aus Bayern schöpft ebenfalls, wie Romeo Kaltenbrunner, seine Geschichten aus dem wahren Leben. Und verarbeitet in seinem Bühnenprogramm humorvoll weniger schöne Erinnerungen an seine Zeit als Kassierer im Supermarkt.
Der Publikumspreis geht an das österreichische Duo BlöZinger für ihr groteskes Kopfkinokabarett – die Fahrt in einem schrottreifen Auto. Insgesamt ist der Jury ihre Auswahl, angesichts der Vielfalt, nicht leichtgefallen. In einem herrscht aber Einigkeit: Es ist ein guter Jahrgang, der Kabarettnachwuchs 2026.
Die Preisverleihung wird am 20. März 2026, 22:30 Uhr, in SWR Kultur gesendet.
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