Bekanntes Gesicht mit vielen Facetten
Seit gut 25 Jahren ist Annette Frier im deutschen Film und Fernsehen dauerpräsent. Die waschechte Kölnerin moderiert und parodiert. Sie tritt in Comedyshows genauso wie in tiefgründigen Filmen auf. Sie ist Lese-Botschafterin und dreht Dokumentationen. Und trotzdem nutzt sie sich nicht ab.
Vielleicht liegt es daran, dass sie sich wirklich hundertprozentig auf die Dinge einlassen kann: „Entweder wir machen einen guten Witz oder wir führen ein gutes Gespräch oder wir halten einfach die Schnauze“, so ihr lässiger Kommentar in einem SWR Interview.
Geplant war eine klassische Theaterkarriere
Auch in ihrer Berufswahl ist sie äußerst konsequent. Als Grundschülerin gibt sie als Berufswunsch nicht, wie ihre Klassenkameradinnen, Prinzessin oder Tierärztin an, sondern Schauspielerin. Einzige denkbare Alternative: Profifußball. Zum Glück fehlen ihr die Angebote.
So geht sie nach dem Abi an die Kölner Schauspielschule „Der Keller“ und plant eine klassische Theaterlaufbahn mit Festvertrag und großen Rollen aus der Weltliteratur: „Und wenn es ein interessantes Filmangebot gibt, dann mach ich das mal als Ausflug. Also genau andersrum wie es jetzt ist.“
TV-Durchbruch in Serien und Comedy-Formaten
Schon während ihrer Ausbildung spielt sie die „Nora“ von Henrik Ibsen oder das „Fräulein Else“ von Arthur Schnitzler. Nach der Schauspielschule bietet ihr RTL eine Rolle in der Serie „Hinter Gittern – Der Frauenknast“ an. Sie lässt sich darauf ein. Diese Arbeit bezeichnet sie rückblickend als „bestbezahltes Praktikum“.
Ihren großen Durchbruch hat Annette Frier mit der Rolle der Danni Lowinski, einer spätberufenen Juristin mit Beratungsstelle in einem Einkaufszentrum. Dass sie komödiantisches Talent hat, zeigt sie schon Jahre zuvor bei „Switch“, in der „Wochenshow“ und in der Impro-Serie „Schillerstraße“.
Anspruchsvolle Rolle als Autistin
Eine ganz andere Schiene fährt sie mit der ZDF-Serie „Ella Schön“. Hier spielt sie eine Frau mit Asperger-Syndrom. Vor den Dreharbeiten recherchiert sie das Krankheitsbild gründlich, erlebt aber beim Spielen nochmal ein ganz anderes, viel tieferes Verständnis für die Betroffenen:
„Wenn ich so eine Rolle vor die Tür gelegt bekomme, wird mir klar, was man da eigentlich alles machen könnte“, sagt sie. „Auch für Angehörige und Leute, die das einfach nicht verstehen. Manchmal denke ich, es ist viel besser, spielerisch dran zu gehen als immer zu erklären, zu berichten und so weiter.“
Ihre Vielseitigkeit ist einfach umwerfend
Komisches Talent, aber auch Ernsthaftigkeit
Eine Paraderolle hat sie seit 2017 an der Seite von Christoph Maria Herbst in der ZDF-Filmreihe „Merz gegen Merz“. Die beiden spielen ein Ehepaar, das sich nach 20 Jahren einvernehmlich scheiden lassen will, aber irgendwie nicht voneinander loskommt.
Im Herbst wird Annette Frier seit langem mal wieder Theater spielen. Sie tritt an der Kölner Volksbühne in einem Stück über die Bühnenlegende Willy Millowitsch auf. Zurück zu den Wurzeln, aber gleichzeitig immer bereit für Neues. Komisch, aber nie flach. Tiefgang, aber immer mit Herz.
Beim Ludwigshafener Festival des Deutschen Films wird Annette Frier neben Christian Redl und Christian Berkel mit dem Preis für Schauspielkunst 2026 ausgezeichnet. Die Verleihung an Frier findet am 22. August statt.
Erste Preisträgerin bei Filmfestival steht fest Ludwigshafen: Annette Frier soll Preis für Schauspielkunst bekommen
Das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen hat den ersten großen Namen rausgehauen: Annette Frier soll im August auf der Parkinsel den Preis für Schauspielkunst 2026 erhalten.