Die Ikone einer Generation
Brigitte Bardot verkörperte in den 1950er- und 1960er-Jahren den Aufbruch einer neuen Weiblichkeit. Ihre Rollen in Filmen wie „Und immer lockt das Weib“ (1956) und „Die Verachtung“ (1963) zeigten nicht nur eine sinnliche, sondern auch eine rebellische, selbstbestimmte Frau, die die gesellschaftlichen Normen sprengte. Sie verkörperte die Frau, die keine Erlaubnis brauchte, um frei zu sein.
Was Marilyn Monroe für die USA war, war Bardot für Europa. Doch „die” Bardot war mehr als ein erotisches Symbol, als die „Femme fatale”. Mit ihrem Stil setzte sie etwa Maßstäbe in der Mode: Hochsteckfrisuren, Ballerinas und das Vichy-Karo wurden durch sie zum Trend und zum Synonym von selbstbestimmter Weiblichkeit. Der „BB-Stil“ prägte eine ganze Ära.
Von der Leinwand in die Politik
Ihr Look mag in den Modeheften der Welt bis heute weiterleben, doch Bardot selbst kehrte der Mode den Rücken. Sie nutzte ihren Ruhm, um sich für den Tierschutz zu engagieren und beendete früh ihre Filmkarriere, mit 38 Jahren, um sich voll und ganz diesem Anliegen zu widmen.
Ihre „Fondation Brigitte Bardot” wurde zum Sprachrohr für die Rechte von Tieren. „Ich habe meine Jugend und Schönheit den Männern geschenkt, und nun schenke ich meine Weisheit den Tieren“, sagte sie einst. Für die Gründung der Stiftung versteigerte sie die Häuser, Autos und den Schmuck ihres Ex-Manns Gunter Sachs.
Nähe zum Front National stieß in Frankreich auf Kritik
Ihre gesellschaftspolitischen Positionen machten Bardot zu einer umstrittenen Figur. Ihre enge Sympathie für Marine Le Pen und die Unterstützung des rechtspopulistischen Front National sorgten in Frankreich immer wieder für Schlagzeilen. In Marine Le Pen sah Bardot eine Verteidigerin der nationalen Werte, was sie von vielen ehemaligen Fans und Kollegen entfremdete.
Ihr vierter und letzter Ehemann Bernard d‘Ormale war Berater des rechtsextremen Politikers Jean-Marie Le Pen. Den 30-jährigen Chef der heute Rassemblement National heißenden Partei, Jordan Bardella, nannte sie zuletzt „sehr, sehr gut“.
Nur ein Wunsch: Stoppt das Pferdefleisch!
Fernab vom Rampenlicht lebte Bardot zuletzt umgeben von ihren Tieren. Zu ihrem 90. Geburtstag wünschte sich die einstige Filmikone im vergangenen Jahr nicht viel, nur den Stopp des Verkaufs von Pferdefleisch. „Das sollte Frankreich mir für meine 90 Jahre zugestehen, ich verdiene es“, sagte sie in einem Interview gegenüber der französischen Tageszeitung „Le Parisien“.
Nun ist Brigitte Bardot im Alter von 91 Jahren in Saint-Tropez gestorben.