Jüngster Emmy-Preisträger überhaupt

Rekord für Netflix-Serie „Adolescence“: So waren die Emmys 2025

Die Emmy-Awards haben als eine der höchsten Auszeichnungen der Fernsehbranche eine lange Tradition. Bei der diesjährigen 76. Verleihung in Los Angeles wurden mehrere Rekorde gebrochen.

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Von Autor/in Ines Kunze

So jung war noch keiner vor ihm: Der 15-jährige Owen Cooper geht aus dem gestrigen Abend als jüngster Emmy-Gewinner aller Zeiten hervor. In der viel diskutierten Netflix-Serie „Adolescence“ spielt er den Protagonisten Jamie Miller, der des Mordes an einer Mitschülerin beschuldigt wird. Auch „Adolescence“ selbst wird von der Emmy-Jury honoriert: Die Serie gewinnt die Kategorie „Beste Miniserie/Anthologie“.

Einen weiteren Rekord bricht „The Studio“: 13 Auszeichnungen gehen an die Apple-TV-Serie rund um ein schwächelndes Hollywood-Studio: So viele gab es für eine Comedy-Serie bei den Emmys noch nie.

Emmys 2025
So sieht ein Sieger aus: Owen Cooper ist der jüngste Emmy-Gewinner aller Zeiten.

„The Pitt“ schlägt „Severance“

Hoch gehandelt waren davor die Büro-Serie „Severance“ mit 27 Nominierungen und die Luxushotelsatire „White Lotus“ mit 23 Nominierungen. „Severance“ konnte einige dieser Nominierungen auch in Emmys umwandeln: Etwa für die Hauptdarstellerin Britt Lower oder die Kinematografie der Serie.

Der Hauptpreis für die beste Dramaserie ging dafür überraschend an „The Pitt“, eine Krankenhausserie, die von der Kritik besonders für ihre realistische Darstellung der Belastung von Krankenhauspersonal gelobt wurde.

Emmys 2025
An Noah Wyle ging der Emmy für den Besten Hauptdarsteller für seine schauspielerische Leistung in „The Pitt".

Thema „Widerstand“ steht für aktuelle Zeiten

Kulturpolitisch bemerkenswert, so sagt es ARD-Korrespondentin Antje Sieb, die bei den Emmys vor Ort war, sei der Emmy für die „Andor“. In der Serie aus dem „Star Wars“-Universum geht es um die Bildung einer Rebellenallianz – und dabei ganz prominent: das Thema „Widerstand“.

Viele Zuschauer, mit denen ich hier gesprochen habe, haben Parallelen gezogen haben zu der Welt, in der sie momentan leben.

Eine andere Richtung schlage dagegen „Severance“ ein, mit der Darstellung einer entmenschlichten Arbeitswelt. Denn in der Serie geht es um eine Firma, bei der die Trennung zwischen Leben und Arbeit radikal umgesetzt wird: per chirurgisch eingesetztem Chip, der im Arbeits- und Freizeitmodus jeweils alle Erinnerungen an das jeweils andere blockiert.

Da sagen auch viele, dass das zwar eigentlich sehr futuristisch ist, aber dass einem manche Aspekte doch erschreckend real vorkommen.

Emmys 2025
Ließ sich nicht unterkriegen: Talkmaster Stephen Colbert

Standing Ovations für Stephen Colbert

Die Emmy-Verleihungen fanden vor einem kulturell sehr angespannten Hintergrund statt. Unter US-Präsident Trump musste die Branche einiges einstecken. Auch der Talkmaster Stephen Colbert, dessen Show gerade erst abgesetzt wurde, war vor Ort und wurde mit einem Emmy geehrt.

Er verlieh der misslichen Lage in seiner Dankesrede Ausdruck: „Ich habe mein Land nie mit mehr Verzweiflung geliebt“ sagte Colbert – und wurde dafür mit Standing Ovations gefeiert.

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Klares Statement: „Hacks“-Star Hannah Einbinder beendete ihre Dankesrede mit „Fuck ICE, free Palestine“

Kaum meinungsstarke Statements

Das große Auflehnen gegen Politik und Gesellschaft fehlte dafür bei den diesjährigen Emmys. Nur von wenigen Preisträgern gab es meinungsstarke Statements – eines davon kam von Schauspielerin Hannah Einbinder, die als beste Nebendarstellein im Bereich Comedy ausgezeichnet wurde. In ihrer Dankesrede ließ sie keine Zweifel an ihrer politischen Ausrichtung. Ihre Dankesrede beendete sie wie folgt: „Fuck ICE, free Palestine“.

Große Überraschungen oder Skandale hatten die Emmys 2025 nicht zu bieten – wobei auch die Zurückhaltung der Branche ihre Schlüsse ziehen lässt.

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