23.000 Leben gerettet

Von der Euphorie zur Anklage: Kinofilm über jugendliche Seenotretter auf dem Mittelmeer

Junge Menschen gründen eine Seenotrettungsorganisation und retten 23.000 Menschen auf dem Mittelmeer. Der Kinofilm „23.000 Leben“ erzählt die wahre Geschichte vom idealistischen Aufbruch bis zur Anklage. Drehbuchautor Oliver Ziegenbalg betont, wie nahe der Film an der Realität ist.

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Die Geschichte hinter „Jugend rettet“

Junge Menschen, die Leben retten wollen: Sie gründen eine Organisation, sammeln in kürzester Zeit Spenden, finden zahlreiche Unterstützer. Doch was mit Euphorie beginnt, erschüttert schon bald ihr Verständnis von Recht und Gerechtigkeit.

Das Rettungsboot „Iuventa“ liegt im Hafen.
Die Organisation „Jugend Rettet“ kaufte 2015 einen Fischkutter und barg damit Zehntausende Flüchtlinge aus dem Mittelmeer. Den Crewmitgliedern drohte die italienische Justiz anschließend mit bis zu 15 Jahren Haft. Italy Photo Press

„Ausnahmslos alles ist so oder so ähnlich in der Realität passiert“, sagt Oliver Ziegenbalg in SWR Kultur. Es ist ein Film über die Geschichte von „Jugend rettet“, einer privaten Initiative junger Menschen, die 23.000 Menschen auf dem Mittelmeer das Leben rettete.

Nach dem Kinostart auch auf Netflix

Aus dramaturgischen Gründen sei aus einer Gruppe junger Kapitäne eine Hauptfigur, Lukas, geworden, sagt Drehbuchautor Oliver Ziegenbalg in SWR Kultur. „Alles, was sonst zu dieser Zeit geschehen ist, haben wir gemeinsam mit den tatsächlich beteiligten Personen genau rekonstruiert.“

Kurz nach dem Kinostart am 2. Juli wird der Film auch auf Netflix zu sehen sein. Ziegenbalg hofft, dadurch ein großes Publikum zu erreichen. „Es sterben jeden Tag acht Menschen auf dem Mittelmeer. Gleichzeitig zeigt dieser Film, was man als Einzelner bewegen kann.“

Trailer „23.000 Leben“, Kinostart am 2. Juli

Gespräch Dokumentarfilmer Max Ahrens – Hautnah bei Seenotrettung auf dem Mittelmeer dabei

Max Ahrens hat zusammen mit Maik Lüdemann den Dokumentarfilm „Kein Land für niemand“ gedreht. Darin geht es um die Rettung von schiffbrüchigen Flüchtlingen im Mittelmeer.

SWR Kultur am Abend SWR Kultur

12.7. 2004 Italien verhaftet Seenotretter der Cap Anamur

12.7. 2004 | Die "Cap Anamur" bringt 37 gerettete afrikanische Flüchtlinge nach Sizilien. Cap-Anamur-Chef Elias Bierdel wird verhaftet. Fünf Jahre später entscheidet das Gericht in Sizilien: Freispruch!

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Martin Gramlich
Martin Gramlich, SWR Kultur Moderator
Interview mit
Oliver Ziegenbalg