Die Geschichte hinter „Jugend rettet“
Junge Menschen, die Leben retten wollen: Sie gründen eine Organisation, sammeln in kürzester Zeit Spenden, finden zahlreiche Unterstützer. Doch was mit Euphorie beginnt, erschüttert schon bald ihr Verständnis von Recht und Gerechtigkeit.
„Ausnahmslos alles ist so oder so ähnlich in der Realität passiert“, sagt Oliver Ziegenbalg in SWR Kultur. Es ist ein Film über die Geschichte von „Jugend rettet“, einer privaten Initiative junger Menschen, die 23.000 Menschen auf dem Mittelmeer das Leben rettete.
Nach dem Kinostart auch auf Netflix
Aus dramaturgischen Gründen sei aus einer Gruppe junger Kapitäne eine Hauptfigur, Lukas, geworden, sagt Drehbuchautor Oliver Ziegenbalg in SWR Kultur. „Alles, was sonst zu dieser Zeit geschehen ist, haben wir gemeinsam mit den tatsächlich beteiligten Personen genau rekonstruiert.“
Kurz nach dem Kinostart am 2. Juli wird der Film auch auf Netflix zu sehen sein. Ziegenbalg hofft, dadurch ein großes Publikum zu erreichen. „Es sterben jeden Tag acht Menschen auf dem Mittelmeer. Gleichzeitig zeigt dieser Film, was man als Einzelner bewegen kann.“
Trailer „23.000 Leben“, Kinostart am 2. Juli
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Die Justizreporter*innen Vom Rettungsboot ins Gefängnis – Geflüchtete als Schlepper?
Es ist seit Jahren bittere Realität: An den Grenzen Europas sterben Menschen. Die meisten von ihnen sind Geflüchtete, die im Mittelmeer ertrinken. 700 Tote sollen es nach Schätzungen in diesem Jahr schon sein, 2016 waren es sogar über 5000. Die staatliche Seenotrettung der EU-Mittelmeer-Staaten wurde in den letzten Jahren stark eingeschränkt. Es sind deshalb vor allem private Seenotretter wie SOS Méditerranée oder Sea-Watch, die Geflüchteten auf dem Mittelmeer zur Hilfe kommen. Doch für die Retter gibt es immer ein juristisches Risiko: Sie können wegen Beihilfe zur unerlaubten Einreise bestraft werden. In Italien steht zum Beispiel gerade die Crew des Rettungsschiffes „Juventa“ vor Gericht. Und, was nur wenig bekannt ist: Auch die Geflüchteten selbst werden immer öfter vor Gericht gestellt. Asylsuchende, die selbst als Schlepper verurteilt werden? Wie kann das sein? Das fragen Ann-Kathrin Jeske und Gigi Deppe in diesem Podcast.