Als „Der Schuh des Manitu“ 2001 in die Kinos kam, sah die Welt noch ein bisschen anders aus: Bezahlt wurde in D-Mark, zu Fasching verkleideten sich viele ohne Bewusstsein für die Problematik als „Indianer“ und gleichgeschlechtliche Paare durften noch lange nicht heiraten.
Entsprechend auch der Humor: Der „Schuh des Manitu“ traf den Nerv der Zeit – trotz oder sogar wegen sexistischer, rassistischer und queerfeindlicher Stereotype.
Auch „Winnetouch“ ist wieder dabei
Heutzutage, hatte Filmemacher Michael Bully Herbig noch vor kurzem betont, würde er den Film nicht mehr so drehen: Dazu sei die Comedy-Polizei zu streng geworden.
Umso überraschender kam dann die Ankündigung einer Fortsetzung fast ein Vierteljahrhundert später. Im Vorfeld wurde viel spekuliert: Würden etwa umstrittene Figuren wie Winnetouch wieder auftauchen, und würden die Stereotype abgeschwächt?
Zumindest im Trailer und ersten Filmclips wirkt das nicht so. Auch im Promo-Material rund um den Film setzen die Filmemacher bewusst auf Anti-Wokeism. So heißt es etwa in einem Song zum Film: „Coole Korksandalen, Wohlfühlsocken / Hafermilch im Fairtrade-Kaffee / Ich mampf Getreideriegel beim E-Bike fahren“.
Große Vorfreude bei den Fans
Dieser Humor kommt zumindest bei den Fans gut an, zeigen die Kommentare unter dem Trailer. Filmwissenschaftler Thomas Klein erklärt das mit einer gewissen Müdigkeit des Kinopublikums:
„Gerade auch in Krisenzeiten, in denen wir ja gerade leben, sehnen sich natürlich viele Menschen auch mal danach eben mal ein Kinovergnügen zu haben, wo keine Krisen, keine Probleme auftauchen und reflektiert werden“
Grenzen dürfen nicht überschritten werden
Parodien wie diese lebten zudem von Stereotypen, das gehöre einfach zum Genre dazu, sagt Klein. Selbstverständlich dürften dabei gewisse Grenzen nicht überschritten werden.
„Ob die [Grenzen] überschritten werden, das muss man abwarten. Und wenn man den Humor nicht mag, muss man auch einfach nicht ins Kino gehen.“
Aktuell sieht es so aus, als würde auch „Das Kanu des Manitu“ ein großer Erfolg werden: Kurz vor dem Kinostart holte eine Ausstrahlung des ersten Teils im Fernsehen einen überwältigenden Marktanteil, bei der Premiere des zweiten Teils am Dienstag gab es stehende Ovationen. „Das Kanu des Manitu“ scheint sein Zielpublikum erreicht zu haben.