Abrüsten, um nukleare Eskalation zu verhindern

80 Jahre nach Hiroshima: „Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes war noch nie so hoch wie jetzt“

„Die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes war tatsächlich noch nie so hoch wie jetzt in der Geschichte“, sagt Juliane Hauschulz, Referentin der Organisation IPPNW, in der sich Ärzte und Ärztinnen für nukleare Abrüstung einsetzen. Vor 80 Jahren zerstörten die USA mit zwei Atombomben die Städte Hiroshima und Nagasaki, mit verheerenden, bis heute nachwirkenden Folgen.

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Stand

Es steht kurz vor zwölf in Sachen Weltuntergang

Am 06. und 09. August 1945 zerstörten die USA mit zwei Atombomben die Städte Hiroshima und Nagasaki. Achtzig Jahre später sei die Gefahr noch nicht gebannt, sagt Juliane Hauschulz in SWR Kultur.

„Es gibt das `Bulletin of the Atomic Scientists´, die die sogenannte Weltuntergangsuhr jedes Jahr neu stellen und mit neunundachtzig Sekunden vor Mitternacht ist das die kürzeste angegebene Zeitspanne, die wir jemals hatten.“

Abrüstung, um nukleare Eskalation zu verhindern

Angesichts aktueller, globaler Bedrohungslagen fordere ihre Organisation Abrüstung, um einen tatsächlichen Einsatz atomarer Waffen zu verhindern und präventiv zu handeln, sagt Hauschulz: „In der Vergangenheit war es ganz häufig Glück oder die Entscheidung von Einzelpersonen, die eine nukleare Eskalation verhindert haben. Diese Tatsachen können wir nicht ignorieren.“

Forum 80 Jahre Hiroshima – Wie hat die Atombombe die Welt verändert?

Thomas Ihm diskutiert mit
Prof. Dr. Marina Henke, Politikwissenschaftlerin, Hertie-School Berlin, Centre for International Security
Oberst a.D. Wolfgang Richter, Sicherheitsexperte
Dr. med. Lars Pohlmeier, Arzt und Vorstand der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs IPPNW

Forum SWR Kultur

80. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima Hisashi Tôharas Erinnerungen an einen schicksalhaften Montagmorgen

Ein Jahr nach dem Atombombenabwurf schrieb der damals 19-jährige Schüler Hisashi Tôhara seine Erinnerungen an diesen Tag in „Hiroshima. Eine Stimme aus der Hölle" auf.

SWR Kultur am Abend SWR Kultur

Gespräch Vom Inferno zum Friedenssymbol – Ausstellung zu 80 Jahre Hiroshima und Nagasaki

Etwa 100.000 Menschen starben beim Atombombenabwurf der USA auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki am 6. und am 9. August 1945. Tausende weitere Menschen starben an Folgeschäden. Der bislang einzige Einsatz von Atomwaffen in einem Krieg bleibt bis heute, 80 Jahre später, kaum vorstellbar. Eine Wanderausstellung im Museum Fünf Kontinente München, in Kooperation mit dem Japan-Zentrum der Universität München, versucht eine Annäherung über Fotografien und Gemälde.
Das Erinnern aufrecht erhalten
Die Auswirkungen der Bomben durch Druck, Hitze und Radioaktivität auf menschliche Körper, Zerstörung und Wiederaufbau von Städten: Immer wieder werden die Perspektiven und Schicksale der Betroffenen in den Mittelpunkt gerückt. Ergänzt werden sie durch aktuelle Werke, wie etwa auf einem Screen präsentierte Ölgemälde. Diese wurden von OberschülerInnen der Motomachi-Oberschule in Hiroshima über eine Jahr, in enger Abstimmung mit Überlebenden, gemalt. „Auf diese Weise werden die Schülerinnen sozusagen neue StellvertreterInnen der Überlebenden, die diese Geschichten dann weitertragen können.“, erklärt Anna Wiemann von der Ludwig-Maximilians-Universität in München und betont die Bedeutung moderner Erinnerungskultur: „Um die Erinnerung aufrecht zu erhalten, ist es […] an uns, uns mit der Geschichte zu befassen und ihre Speichermedien sozusagen immer wieder auf´s Neue zu fragen: `Was erzählt ihr uns´?“.

SWR Kultur am Mittag SWR Kultur

80. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima Über viele Aspekte der Atombombenabwürfe: Richard Overys „Hiroshima. Wie die Atombombe möglich wurde"

Der britische Historiker Richard Overy schildert die Eskalation des Luftkriegs gegen Japan und zeichnet die Debatten um die militärische Legitimität der Atombombenangriffe nach.

SWR Kultur am Abend SWR Kultur

24.11.1945 Kommentar Fritz Eberhard: "Atombombe und Nürnberger Prozess prägen die Lage"

24.11.1945 | Fritz Eberhard mahnt: Die Welt müsse aus dem jüngsten Krieg lernen und nicht ein neues Wettrüsten beginnen – gerade auch angesichts der Zerstörungskraft der Atombombe.

9.8.1945 Präsident Trumans Radioansprache zur Atombombe auf Hiroshima

9.8.1945 | Nazi-Deutschland ist besiegt, Japan noch nicht. US-Präsident Harry S. Truman ist von der Alliierten-Konferenz in Potsdam zurückgekehrt. Im Rundfunk spricht er über das zerstörte Berlin und seine Vorstellung vom Wiederaufbau Deutschlands. Und er rechtfertigt den Einsatz der Atombombe in Hiroshima. Man habe so eine Militärbasis zerstört.

August 1945 "We don't mind about 100.000 Japs": Otto Hahn irritiert über Reaktion eines Engländers auf Hiroshima

August 1945 | Der Chemiker Otto Hahn erfährt vom Atombombenabwurf in Hiroshima als Gefangener in einem britischen Internierungslager. Dort saß er zusammen mit anderen hochrangigen deutschen Naturwissenschaftlern wie Carl Friedrich von Weizsäcker. Später erinnert er sich an diesen Moment im August 1945.

Zeitwort 10.06.1959: Der Film "Hiroshima, mon amour" feiert Premiere

Es war der erste Spielfilm des jungen Regisseurs und Dokumentarfilmers Alain Resnais. Er mache alles anders, als üblich und revolutionierte damit das Kino, nicht nur in Frankreich.

Zeitwort SWR Kultur

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Kerstin Bachtler
Interview mit
Juliane Hauschulz