Finanzmärkte vor Steuerklau schützen
Seit 2024 ist Brorhilker Vorständin in der Bürgerbewegung, die sich für fair gestaltete Finanzmärkte einsetzt. Im Dezember 2025 wurde die Ex-Ermittlerin für ihren Einsatz mit dem Stuttgarter Friedenspreis ausgezeichnet.
Den Abschied vom Staatsdienst habe sie nicht bereut, sagt Brorhilker im Gespräch mit SWR Kultur. Steuerstraftäter vor Gericht zu bringen sei ein Kraftakt. Die Behörden würden unter schwerwiegenden strukturellen Mängeln leiden.
„Das kann ich aber jetzt verändern“, sagt Brorhilker mit Blick auf ihre Tätigkeit für die Bürgerbewegung Finanzwende. Mit einer Kampagne habe man bereits verhindert, die Aufbewahrungsfristen für wichtige Geschäftsunterlagen zu verkürzen.
Politik hört auf die Zivilgesellschaft
Allein aus Cum-Cum-Steuerdiebstählen könne man noch 30 Milliarden Euro zurückholen. Die Verkürzung des Aufbewahrungsfristen wäre daher „fatal gewesen“. Es sei ein gutes Zeichen, dass die Politik in diesem Falle auf Stimmen aus der Zivilgesellschaft gehört habe.
Würden Steuern lediglich bei denen eingetrieben, die sich nicht wehren könnten, entstehe der Eindruck, dass der Staat mit zweierlei Maß misst. Das könne „das Vertrauen in den Rechtsstaat und seine Institutionen erheblich gefährden“.
Vor allem „radikale Kräfte“, so Brorhilker, beriefen sich darauf, „dass der Staat nicht richtig funktioniert“. Im November 2025 erschien ihr Buch „Cum/Ex, Milliarden und Moral“, in dem sie Steuerraub-Modelle und das nachlässige Agieren der Finanzbehörden beschreibt.