Von Kinderserie aus der DDR inspiriert
In der Romanvorlage zu „Solaris“ von Stanislav Lem geht es um einen Planeten, der von einem intelligenten Ozean bedeckt ist. Dieser Ozean lässt Nachahmungen verstorbener Menschen wiederauferstehen – Protagonist Kelvin muss herausfinden, wie diese bizarren Geschöpfe wieder verschwinden.
Ein Thema, das Christian Friedel direkt gepackt hat. Schon als Kind begeisterte ihn die DDR-Fernsehreihe „Spuk“ („Spuk unterm Riesenrad“ 1979, „Spuk im Hochhaus 1982, „Spuk von draußen“ 1987). Später, so Friedel, habe er diese Geschichten als Spiegelbild der Gegenwart begriffen und eine Faszination für das Genre entwickelt.
Lems „Solaris“ sei für eine Ergänzung durch Musik perfekt geeignet gewesen, sagt Christian Friedel im Gespräch mit SWR Kultur. Beim Lesen des Romans habe er im Kopf direkt die passende Geräuschkulisse im Kopf spielen hören.
Ich habe mir vorgestellt: Wie klingt eigentlich dieser Plasma-Ozean, wenn diese Gesteinswelten aus diesem Ozean herausbrechen in einem unglaublichen Tempo und wieder in sich zusammenfallen?
Komposition als Gruppenarbeit
Bis das Kopfkino zum fertigen Soundtrack wurde, stand erst einmal ein aufwändiger Kompositionsprozess an. Jedes Bandmitglied habe sich einen Teil des Romans vorgenommen und dann auf dieser Basis komponiert. Dieses Material sei dann in der Gruppe und individuell weitergesponnen worden – bis der Sound stimmte.
Das Ganze sei ein enormer Reifeprozess gewesen, der das Album sehr reichhaltig habe werden lassen , sagt Friedel. Es sei vielleicht sogar das erste Band-Album, das mehr als nur ein Soundtrack ist. Aufgeführt wurde die Musik bereits bei der Inszenierung von „Solaris" am Schauspiel Frankfurt, bei der Christian Friedel Regie führte. Im kommenden Jahr geht die Band dann mit dem Album auf Tournee.
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