„Gude, ich bin Annika“
Annika Knell begrüßt ihre Community mit „Gude“. So sagt man „Hallo“ in Rheinhessen, wo sie aufgewachsen ist. Seit Mai 2025 ist sie als BUGA-Bloggerin zwischen Bingen und Koblenz unterwegs. Ein halbes Jahr lang bereist sie das Tal, besucht Orte, spricht mit Menschen und hält ihre Eindrücke mit Kamera und Smartphone fest.
Die 21-Jährige studiert Kommunikationsdesign im vierten Semester an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Der Job vereint für sie alles, was sie liebt: Schreiben, Fotografieren, Filmen, Recherchieren und Gestalten. „Ich habe die Freiheit, eigene Ideen zu entwickeln. Das ist selten und sehr motivierend.“
Szenen aus dem Tal – von Keramik bis Fingerhut
Auf Instagram nimmt Annika ihre Follower mit zu Orten, die man leicht übersehen könnte. Sie zeigt etwa den engen Eispfad in Rüdesheim, der früher als Hochwasserweg diente, oder den „SchauPlatz Rhein“, eine Bank am Waldrand mit weitem Blick über Weinberge und Fluss. Sie besucht Cristina von „Lucky Pottery“ in Niederlahnstein, die handgemachte Keramik in alle Welt verschickt.
Auch die kleinen Momente finden ihren Platz: ein Kohlweißling, der auf Lavendelblüten landet und von einem Projekt zur Artenvielfalt erzählt; der leuchtend rote Fingerhut am Waldrand bei Lahnstein; die UNESCO-Stele in Assmannshausen, die den Welterbestatus würdigt.
Digitaler Blick für eine junge Zielgruppe
„Oft interessieren sich eher ältere Leute für die Kultur hier. Aber die BUGA will auch junge Leute ansprechen.“ Deshalb setzt Annika auf kurze, visuelle Inhalte. Feste Rubriken wie „SchauPlatz Rhein“, „Events“ oder „Rheinische Begegnungen“ sorgen für Wiedererkennung.
Ihr Ziel: Informationen kreativ verpacken, mit stimmigen Bildern, dynamischen Videos und einem modernen Stil, der die Region frisch wirken lässt.
Für sie steht die BUGA29 für Lebensqualität, Lebendigkeit und Wandel. Sie denkt an neue Radwege, Bürgerprojekte, Gemeinschaft und natürlich an bunte Blumen.
Heimat neu entdecken
Annika kennt das Rheintal seit ihrer Kindheit: Fährenfahrten, Wein und Uferpromenaden sind ihr bereits vertraut. Doch als BUGA-Bloggerin entdeckt sie auch neue Facetten.
Heute beschreibt sie die Region mit „Wandel, Natur, Herzlichkeit“. Künftig möchte sie Begriffe wie „Innovativ, divers, lebendig, nachhaltig“ hinzufügen.
Ein besonderes Ziel hat sie noch: die Mythoshalle auf dem Loreleyplateau. Architektur begeistert sie und der Ausblick von dort oben gilt als unvergesslich.
Natur und Nachhaltigkeit im Fokus
Natur ist für Annika ein zentrales Thema. Sie reist mit Bahn, Bus oder Fahrrad, oft kombiniert mit Wanderungen. „Mein Zug hat mal Verspätung, aber das ist nicht nur hier so. Und wandern ist sowieso schön.“
Bei ihrem ersten BUGA-Event in Oberwesel lernte sie, wie vielfältig die Schmetterlingsarten in der Region sind – ein Erlebnis, das sie bis heute beeindruckt. Solche Momente will sie nutzen, um Bewusstsein für den Schutz der Natur zu schaffen.
Bis November auf Tour – und darüber hinaus
In den kommenden Monaten will Annika weitere Wander- und Radtouren machen, Burgen besuchen, Museen erkunden und Veranstaltungen begleiten. Sie möchte Orte ins Licht rücken, die bislang wenig Beachtung finden.
Vielleicht erinnert man sich in einigen Jahren auch an die junge Frau mit der Kamera, die „Gude“ sagt und für ein halbes Jahr die digitale Stimme des Oberen Mittelrheintals war.