Die Kneipe als Kunstwerk

Künstlerin Constanze Klar: Die Kneipe am Ende der Welt

Künstlerin Constanze Klar hat am Strand der Nordseeinsel Spiekeroog die Bar „At the end oft he f. world“ betrieben. Offen für alle, die mit der Künstlerin sprechen und trinken wollten. Denn lange Gespräche mit Fremden sind selten geworden.

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Von Autor/in Daniel Stender

Ruhe und Entspannung, die finden manche Menschen nur auf einer Insel. Dort, wo rechts und links, vorne und hinten Wasser ist. Und sonst: Nichts.

Nur: Dünen, Sand, Gras, Himmel. Das gibt es auf der Nordseeinsel Spiekeroog. Und genau das zeigt auch ein Video auf dem Instagram-Account der Künstlerin Constanze Klar.

Was aber im Video nicht zu sehen ist: Die Entspannung. Wobei Konstanze Klar ja für die Arbeit auf Spiekeroog war. Aber dort – sogar arbeiten, ist ein Hochgenuss.

 Ein Ort am Ende der Welt

„Für mich als Berlinerin, jetzt da auf diesem Zeltplatz zu leben, war schon mal ein ganz großer Hochgenuss. Ich wohn hier im dritten Hinterhof mit Blick aufs gegenüberliegende Haus, und da hatte ich dann ein schönes Zelt mit Blick auf Salzwiesen und kein Nachbar war drum herum. Die Vögel, die Fasane und die Austernfischer sind da an meinem Zelt langspaziert.“

Das erzählt Constanze Klar beim Interview im Berliner Schleusenkrug, gleich um die Ecke vom Bahnhof Zoo, umgeben von Zügen, Autos, Passanten – also, ganz weit weg von Spiekeroog. Ein Ort, der am Ende der Welt liegt.

Klar erläutert: „Wenn du kein Handy, kein Internet und generell kein Strom hast, dann fällt auch Serien streamen und der ganze Quatsch weg. Auch Nachrichten sind da schwer oder gar nicht nötig.“

 Die Kneipe am Ende der Welt

Wobei: „der ganze Quatsch“ – also die Polykrisenlage insgesamt und die Hilflosigkeit des Individuums, das auf einer Insel Entspannung sucht – dieser ganze Quatsch, genau um den geht es bei Klars Arbeit auf Spiekeroog. Um das Gefühl, dass die Welt selbst gerade aus den Fugen gerät.

Und wo könnte man besser über dieses Gefühl sprechen als in einer Kneipe? Der Name von Constanze Klars Kneipe auf Spiekeroog: „At the end of the f. World“. Also die Kneipe zum Ende der nun ja: verdammten Welt. Fast eine Woche lang stand sie auf dem breiten Strand von Spiekeroog, zu trinken gab es Bier aus der Region.

Eine temporäre Kneipe, gezimmert aus soliden deutschen Schrankwänden, gefunden auf E-Bay, sturmfest verschraubt, ziemlich klein.

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