Vielen geht es nicht um echte Begegnungen
Besonders problematisch sei dabei das Machtungleichgewicht zwischen Tourist*innen und Bereisten. In sogenannten Kayan-Dörfern in Thailand zum Beispiel zahlten Besucher Eintritt, um Frauen mit Messingringen zu fotografieren, ohne ihre prekäre Lebenslage zu reflektieren.
„Es geht vielen Reisenden nicht um echte Begegnungen, sondern um die Bestätigung ihrer eigenen Stereotype“, sagt Trupp. Oft werde dabei ignoriert, wie sehr Tourismus die Lebenswelt der Menschen vor Ort verändere.
Gibt es ein Mitspracherecht für lokale Gemeinschaften?
Auch kulturelle Aneignung sei ein Thema – etwa wenn Schmuck oder Kleidung aus fremden Kulturen ohne Kontext übernommen würden. „Verantwortungsvoller Ethnotourismus beginnt mit echter Partizipation der lokalen Gemeinschaften“, betont der Forscher.
Die Frage muss sich stellen: „Haben die lokalen Gemeinschaften ein Mitspracherecht bei der Gestaltung des touristischen Angebots oder wird das extern von der Reiseindustrie gesteuert?"
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