- Kultur wozu? Grundsätze der Parteien
- Schwerpunkte: Was die Parteien vorhaben
- Die Finanzierung: Mehr oder weniger Geld für Kultur?
Kultur wozu? Grundsätze der Parteien
Kultur ist immer gut für Bekenntnisse. Die sind nicht teuer und klingen bei den Parteien fast alle ähnlich. Kunst und Kultur seien wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Das sagen CDU und Grüne nahezu unisono. Ähnlich formulieren auch SPD und FDP.
Bei den Grünen geht es etwas mehr in Richtung Grundkurs Politik: Sie halten Kultur für einen Beitrag zur politischen Bildung und zur Stärkung der Demokratie. Die CDU betont hingegen stärker die Brauchtumspflege.
Bei der AfD klingt es deutlich anders und vor allem nach Abwehr. Man wolle keinen „beliebigen globalistischen Multikulturalismus“ in Baden-Württemberg. In der rechtsextremen Szene gilt als „Globalismus“ alles, was angeblich darauf zielt, die nationale Identität zu zerstören.
Schwerpunkte: Was die Parteien vorhaben
Die CDU will Kultureinrichtungen besser digitalisieren. Es gehe um deren Präsenz und Erkennbarkeit im Netz. Die Partei will außerdem Heidelberg bei der Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt unterstützen. Bei Kindern will die CDU auf „Instrumente statt Handy“ setzen: Jedes Kind soll ein Instrument lernen oder im Chor singen.
Die Grünen setzen einen Schwerpunkt bei der Provenienzforschung. Die Rückgabe unrechtmäßig erworbener Kulturgüter soll besser gefördert werden. Für koloniales Unrecht und Enteignungen während der Nazi-Zeit müsse man Verantwortung übernehmen. Die Partei fordert außerdem eine Sanierungsoffensive für Kulturgebäude.
Die SPD wünscht sich für Stuttgart einen Opern-Neubau anstelle der Sanierung. Sie will Spielstätten barrierefrei machen, fordert freien Eintritt für die Dauerausstellungen in den Landesmuseen und einen Kulturpass in Höhe von 100 Euro für junge Menschen in Baden-Württemberg.
Die Finanzierung: Mehr oder weniger Geld für Kultur?
Die größten Unterschiede zeigen sich, wie immer, beim Geld. Wie lassen sich Wünsche und Forderungen finanzieren? Dafür machen die Parteien verschiedene Vorschläge. „Bürokratie-Abbau“ ist dabei wie üblich ein geduldiges Schlagwort.
Die Grünen wollen den Finanzierungsschlüssel für Kommunen überprüfen, um Kultureinrichtungen insbesondere in finanzschwachen Kommunen weiter fördern zu können. Dafür wollen sie einen „Nothilfefonds“ schaffen.
Die CDU setzt ebenfalls auf genauere Evaluierung, setzt aber vor allem bei der Kunstförderung des Landes an. Dass Mittel „passgenau und effizient“ eingesetzt werden sollen, ist wohl am ehesten als Hinweis auf mögliche Einsparungen zu sehen.
Auch die AfD schwingt einen imaginären Sparknüppel. Zwar finden sich in ihrem Wahlprogramm keine konkreten Vorschläge, wohl aber die Forderung, dass sich staatlich geförderte Bühnen „parteipolitisch neutral“ zu verhalten hätten.
Forum Jung, motiviert, laut – Wie die Parteijugend Politik prägt
Die Jugendorganisationen der Parteien prägen die Schlagzeilen der letzten Monate. Die neuen Köpfe wirken dabei radikaler denn je. Was treibt die junge Generation in die Parteien? Was unterscheidet sie von den Politikergenerationen zuvor? Und welche politischen Impulse sind von ihr zu erwarten?