Frauen leisten einen großen Teil der landwirtschaftlichen Arbeit, bleiben aber oft unsichtbar. Lioba Degenfelder, Diplom-Ingenieurin für Umweltsicherung und Leiterin des Projekts „Ackerwert“ erklärt, dass vor allem Care-, Organisations- und Reproduktionsarbeit systematisch übersehen und nicht anerkannt werde. Historische Benachteiligungen wie Ausschluss von der Erbfolge wirkten bis heute fort und erschwerten Frauen den Zugang zu Land und Betrieben.
Gleichzeitig beobachtet Degenfelder, dass von Frauen geprägte Höfe häufig anders geführt werden – mit stärkerem Blick auf Nachhaltigkeit, Zusammenhänge und das soziale Gefüge. Damit diese Perspektiven Gewicht bekommen, müssten Frauen sichtbarer werden und politische Verantwortung übernehmen, ohne ihre eigene Haltung und ihr Gespür für Tiere, Boden und Menschen aufzugeben.
2026 ist UN-Jahr der Landwirtin Warum Frauen in der Landwirtschaft lange übersehen wurden
Frauen tragen entscheidend zur Landwirtschaft bei, doch ihre Arbeit bleibt strukturell unsichtbar. Das UN-Jahr der Landwirtin 2026 will Anerkennung und Sichtbarkeit schaffen.