Welchen Einfluss hat türkische Regierung?

Islam-Beauftragter der evangelischen Landeskirche zum Streit um Moschee-Neubau in Vaihingen

Friedmann Eißler, Islam-Beauftragter der evangelischen Landeskirche, fordert eine differenzierte Debatte über Moscheebauten und deren Verknüpfung mit der türkischen Politik.

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Einen Moscheebau als Grundproblem zu sehen, greife zu kurz, findet Islam-Experte Friedmann Eißler im Gespräch mit SWR Kultur: „Die Menschen leben ja ohnehin hier. Das heißt, es ist ihr gutes Recht, hier eine Moschee zu bauen.“

Dennoch brauche es einen klaren Blick dafür, was in Moscheen geschehe, meint Eißler. Und eine deutliche Debatte darüber, was mit der türkischen Politik zusammenhänge und nicht in den Bereich der Religion gehöre.

Fehlendes Angebot zur Imam-Ausbildung

Zwar handelt es sich bei dem türkisch-sunnitischen Ditib-Verband mit Sitz in Köln um einen deutschen Verein. Allerdings werden wichtige Personalien derzeit direkt aus der Türkei gesteuert, so Friedmann Eißler. Es handele sich zum großen Teil um türkische Staatsbeamte, was zu einer systematischen Kontra-Integration führe.

Dabei kritisiert Eißler besonders fehlende Angebote zur Imam-Ausbildung in Deutschland: „Wenn die Türkei anbietet, was bislang von Deutschland nicht angeboten wird, ist das die bisherige Lösung.“

Im November 2025 hatte der Vaihinger Gemeinderat ein Grundstück im Gewerbegebiet Fuchsloch III an die Ditib-Gemeinde verkauft. Die Moschee soll neben Gebetsräumen auch einen Jugendraum und ein Café beherbergen.

Neues Buch „Der Islam und ich“ Hasnain Kazim über den Islam: Nicht diffamieren, aber auch nicht schweigen

In seinem neuen Buch „Der Islam und ich“ ermutigt der Journalist zu einem differenzierten Umgang mit dem Islam. Verunglimpfung sei genauso schwierig wie Schweigen aus Angst, als islamophob zu gelten.

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