Neues Buch „Der Islam und ich“

Hasnain Kazim über den Islam: Nicht diffamieren, aber auch nicht schweigen

Mit seinem neuen Buch „Der Islam und ich“ will Journalist und Bestsellerautor Hasnain Kazim zu einem differenzierten Umgang mit dem Islam ermutigen. Pauschale Verunglimpfung sei genauso schwierig wie das Schweigen aus Angst, als islamophob zu gelten.

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Islam zwischen pauschaler Kritik und Kritiklosigkeit

Hasnain Kazim schreibt in seinem Buch „Der Islam und ich“ auch über sich selbst, seine religiöse Biografie und den gesellschaftlichen Umgang mit dem Islam. Oft erlebten wir heute eine „sehr pauschale, undifferenzierte Kritik“, so der Journalist und Autor im Gespräch mit SWR Kultur.

Forderungen nach „millionenfacher Remigration“ seien falsch. Ebenso falsch sei es allerdings auch zu schweigen „aus Angst, man könnte irgendwie als islamfeindlich, islamophob gelten, als antimuslimischer Rassist“. Das seien „Kampfbegriffe“, die aus Sicht von Kazim darauf zielen, „dass man gar nicht kritisiert“.

Ihm gehe es um Differenzierung. „Dinge, die kritikwürdig sind im Islam“, möchte Hasnain Kazim „präzise und sachlich“ benennen, nicht pauschal. Typisches Beispiel sind für ihn Auseinandersetzungen an Schulen.

ChatGPT erzählt keine Witze über Mohammed

So würden muslimische Schüler häufig einfordern, im Ramadan sollten alle fasten. Mädchen würden kritisiert, wenn sie „haram gekleidet“ seien, zum Beispiel bauchfrei tragen würden. Viele trauten sich nicht, etwas dagegen zu sagen, „weil es ja als islamfeindlich aufgefasst werden könnte.“ Dabei müsse man solche Umgangsformen benennen.

Ein anderes Beispiel ist für Hasnain Kazim der Chatbot ChatGPT. Während man bei ihm zu Buddha, Jesus, Abraham oder Moses religiöse Witze abrufen könne, antworte er auf eine entsprechende Bitte zu Mohammed derzeit noch, über religiöse Gruppen keine Witze zu machen. Das sei „zweierlei Maß“.

Hasnain Kazim ist Sohn indisch-pakistanischer Einwanderer und in Oldenburg geboren. Er ist muslimisch aufgewachsen, wurde später getauft und ist heute konfessionslos. In seinem Buch beschreibt er, wie ihn Familie, Heimat und Auslandsaufenthalte geprägt haben.

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