196 Nationen haben die UN-Kinderrechtskonvention seit 1989 unterzeichnet und sich damit unter anderem verpflichtet, das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung und das Recht auf Bildung zu garantieren. Tatsächlich eingehalten werden diese Rechte aber oft noch nicht. Rückschritte gäbe es beispielsweise in den Bereichen Flucht und Kriege, Klimawandel, soziale Sicherheitsnetze sowie Sicherungssysteme auf Kosten der nächsten Generation.
Das weiß Elsbeth Müller, Autorin des Buchs „Jedes Kind, überall“. „Kinderrechtsverletzungen geschehen in allen Ländern, überall da, wo man die Kinder nicht ernst nimmt und ihnen nicht die Möglichkeit gibt, sich so zu beteiligen, dass sie ihr eigenes Leben mitgestalten können“, erklärt die ehemalige Geschäftsleiterin der UNICEF Schweiz in SWR Kultur am Morgen.
Kinderrechtskonvention als politische Dekoration?
Als eine „Verletzung der Kinderrechte“ betrachtet Müller den bisherigen politischen Umgang mit den Rechten von Kindern: „Meine Erfahrung ist, dass viele Aspekte der Kinderrechtskonvention insbesondere von Politikern und Politikerinnen als Dekoration empfunden wird und demzufolge Kinder erst dann kommen, wenn eigentlich alle Erwachsenenrechte oder -bedürfnisse, -wünsche bereits berücksichtigt sind.“
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