Meist wird nur über und nicht mit den Protagonistinnen von Sexarbeit gesprochen
Sexarbeit taucht seit jeher in Kunst- und Bildkultur auf. Ihre Darstellung kann einiges verraten über den gesellschaftlichen Umgang mit Sexualität und Geschlechterrollen zu verschiedenen Zeiten.
„Man kann an der Darstellung des Themas ganz gut ablesen, welche Machtverhältnisse, welche Sexualmoral vordergründig war“, bestätigt auch Johanna Adam, Mitkuratorin der Ausstellung „Sex Work“ in der Bundeskunsthalle Bonn. Dennoch sei über die Zeiten hinweg erkennbar, dass nur über und nicht mit den Protagonistinnen gesprochen würde.
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Sexarbeit findet in allen möglichen Kontexten statt
Dem kann neben neuen Narrativen in der Kunst auch destigmatisierende Sprache etwas entgegensetzen: „‚Prostituierte‘ ist eher ein Begriff, der eine Identität beschreibt. ‚Sexarbeit‘ ist ein Begriff, der da ein bisschen durchlässiger ist“, erklärt Adam.
Denn Sexarbeit sei etwas, das man tut – temporär, sehr selten, gelegentlich oder zusätzlich: „Sexarbeit findet in allen möglichen Kontexten statt“, so die Kuratorin.
Die Ausstellung „Sex Work – Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit“ ist vom 2. April bis zum 25. Oktober 2026 in der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen.
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