Das Geheimnis der Schichten: Cornelia Kemper-Herlet
Bereits als Kind erschuf Cornelia Kemper-Herlet ihre eigene Identität als Künstlerin: Sie nannte sich „Susanne Cromé“, ein Name, der ihre Sehnsucht nach dem Französischen und dem Theater widerspiegelte. Eines war früh klar: „Ich wollte immer Malerin sein, schon als Kind“, erinnert sie sich.
Was mit 15 Jahren begann, wurde zur Lebensaufgabe: „Dann hab ich auch nicht mehr aufgehört.“ Nach ihrem Kunststudium in Mainz und langen Jahren im Schuldienst widmet sie sich heute in ihrem Atelier in Moselkern ganz ihrer Berufung.
Kraftort Waldhaus und intuitive Naturformen
Ihr Lebensmittelpunkt ist das Waldhaus, das sie am steilen Hang über dem Fluss Elz gefunden hat. Es ist ein Ort, der ihr die nötige Erdung gibt: „Ich brauche eine Basis oder Sicherheit, eine Geborgenheit.“ Hier entstehen ihre „Inneren Landschaften“, die zwar von der Natur inspiriert, aber intuitiv komponiert sind.
Besonders das Wasser prägt ihr Schaffen als Sinnbild für Widersprüche: „Wasser steht im Grunde für die Dualität, die in unserem Leben existiert. Es kann etwas Bedrohliches haben und gleichzeitig ein Urelement sein.“ In vielen Farbschichten fängt sie diese Dynamik ein und macht sie auf der Leinwand fühlbar.
Eine Symbiose von Musik und Malerei
In ihrem Kosmos ist alles miteinander verbunden, denn „Musik ist mein Lebenselixier“, sagt Cornelia Kemper-Herlet. Oft übertragen sich die Schwingungen ihrer Bilder direkt auf das Klavier.
Wenn sie zu ihnen improvisiert oder in einer Fantasiesprache singt, beschreibt sie das als einen Moment der Entgrenzung: „Manchmal reite ich davon. Das heißt, es ist ja keine genaue Wiedergabe des Bildes. Es sind innere Erfahrungen des Lebens, die Schattenseiten und die lichtvollen Seiten, die ich dann ausdrücke.“
Unfassbar und geheimnisvoll
Die Kunst von Cornelia Kemper-Herlet bleibt stets ein Spiegel des Unfassbaren. So haben die Bilder eine eigene, diffuse Lichtstimmung, die nicht alles preisgibt.
„Für mich ist es ganz wichtig, dass etwas Geheimnisvolles bleibt“, betont die Künstlerin. „Weil, man ist sich ja selbst Geheimnis, und zwar bis man tot ist.“