Für neun Tage verwandelt sich der malerische Süßgrund in Lahnstein jedes Jahr in eine beeindruckende Kunstlandschaft. Seit 2021 gibt es dort das Kunst- und Naturfestival „Forestival“.
Auf zwei Wander-Rundwegen verschmelzen Ende Juni Kunst, Natur und Kultur auf einzigartige Weise: Wälder, Wiesen und Wege werden zur Bühne für internationale Künstlerinnen und Künstler, die mit Installationen, Performances und Landart neue Perspektiven eröffnen. In offenen Ateliers, kann man ihnen bei der Arbeit über die Schultern schauen.
Kunst zum Selbermachen
Das Festival lädt nicht nur zum Staunen ein, sondern auch dazu, Kunst und Natur im Dialog zu erleben. In Workshops können Interessierte selbst aktiv werden. Für Kunstschaffende gibt es ein sogenanntes „Artist Residenz“-Camp, in dem sie sich über die gesamte Festival-Zeit eine Basis schaffen können.
Verena Friedrich, Künstlerin aus München, schätzt die Möglichkeit in die Natur einzutauchen: „Ich bin während der gesamten Zeit im Camp und kann in der Natur arbeiten. So kann ich Ruhe gucken, wo ich was positionieren oder mit Naturmaterialien arbeiten möchte.“
Zwischen Vogelgezwitscher und kreativen Begegnungen entsteht so ein Raum für Inspiration und Verbindung. Das schätzen neben europäischen Künstlerinnen und Künstlern auch Kunstschaffende aus anderen Regionen der Welt wie Japan, Brasilien und Madagaskar.
Wer steckt hinter dem Forestival?
„In den letzten Jahren waren es 183 Künstler aus 32 Nationen, die wir hier in Lahnstein zusammenbringen konnten. Viele von ihnen kommen auch wieder. Da haben wir uns mittlerweile in der Kunst einen Namen gemacht“, sagt Kurator Julian Detemple.
Der Imker aus Lahnstein organisiert das Festival zusammen mit dem Künstler David Hardy. Hardy pendelt zwischen Madagaskar, Paris und seiner Heimatstadt Lahnstein, wo er mit anderen Kunstbegeisterten auch einen leerstehenden Kiosk zum „Kunstbüdsche“ umgestaltet hat.
Das Forestival in Lahnstein macht die Natur zum sechsten Mal zu einer besonderen Bühne für die Künstler und ihre Kunst. Die Planungen für das nächste Jahr laufen schon.
Noch mehr Kunst
Künstler aus Lahnstein Der Wanderkunstnomade David Hardy „Suisse Marocain“
David Hardy pendelt zwischen Madagaskar, Paris und seiner Heimatstadt Lahnstein, wo er mit anderen Kunstbegeisterten einen leerstehenden Kiosk zum „Kunstbüdsche“ umgestaltet hat.
Feature | dokKa 13 – Das Preisträgerstück 2026 Im Ohr der Landschaft – Die Künstlerin Josephine Dickinson
Was hören wir – wenn wir hören? Ein filigranes Klangportrait der tauben Dichterin und Komponistin Josephine Dickinson, die dank eines Cochlea-Implantats das Hören neu entdeckt hat.
Von Ludwig Berger