Großes Ägyptisches Museum eröffnet nahe Pyramiden von Gizeh
Immer wieder wurde die Eröffnung des Großen Ägyptischen Museums, einem spektakulären Neubau bei den Pyramiden von Gizeh, verschoben. Mehr als 100.000 Artefakte aus der pharaonischen, griechischen und römischen Antike werden ab dem 1. November 2025 hier ausgestellt.
Neben der Geschichte der jahrtausendealten Schätze weht auch ein deutscher Erfindergeist durch die Hallen des neuen Museums: Das Stuttgarter Atelier Brückner ist an dem Jahrhundertprojekt seit 2016 beteiligt und hat die „Schatzkammer“ gestaltet.
Stuttgarter Atelier Brückner gestaltet Herzstück der Ausstellung
Alles ins Rollen brachte eine Ausschreibung zu einem öffentlichen Wettbewerb um die Gestaltung der Ausstellungsräume. Das Stuttgarter Atelier Brückner geht davon aus, dass sich das Große Ägyptische Museum in die Riege der Weltmuseen wie Louvre und British Museum einreihen wird. Man ergriff diese Chance sofort:
Das hat uns angespornt. Das war eine Aufgabe, die letztendlich nur einmal im Leben kommt: Exponate mit dieser Wichtigkeit, mit dieser Geschichte samt dem Storytelling dahinter zu zeigen.
Die Entdeckung des unberührten Grabes von Tutanchamun im Jahr 1922 gilt als einer der spektakulärsten archäologischen Funde der Geschichte. Es war das einzige fast völlig intakte Pharaonengrab und quoll vor Prunk und Protz fast über, da es mit Edelsteinen und goldenen Gaben ausgestattet war.
Sorge, an dieser großen kulturellen Last zu scheitern, verspürte das Atelier Brückner trotz der enormen Verantwortung nicht. Dem Museum geht es vordergründig nämlich darum, die Geschichte hinter den Exponaten sichtbar zu machen. Die künstlerische Darstellung ist dabei zweitrangig. Genau darauf ist das Stuttgarter Atelier spezialisiert, sein Credo lautet „Form follows content“, die Form folgt dem Inhalt.
Präsentation der Totenmaske von Tutanchamun
Die Totenmaske des altägyptischen Königs Tutanchamun wird in einem 80 Meter langen und 18 Meter breiten Raum präsentiert, der aus zwei langgezogenen Galerien besteht. Innerhalb dieser Galerien wird die Geschichte wie eine Art Prozession dargestellt, einer Art langem Zug einer geschichtlichen Erzählung. Die Tutanchamun-Maske ist dabei in die chronologische Erzählung eingebunden, befindet sich aber in einem separaten Raum.
Der Raum ist komplett verdunkelt. Die Maske wird als Highlight-Exponat inszeniert und so beleuchtet, dass sie wie schwebend dargestellt wird, wodurch die maximale Aufmerksamkeit auf dieses Exponat gelenkt wird.
Dass die Totenmaske Tutanchamuns zum Herzstück der Ausstellung wurde, hat sie im Grunde genommen nur ihrem Fundort zu verdanken. Historiker gehen davon aus, dass den Kindkönig nur der Grabschatz unsterblich machte, denn aufgrund seines frühen Todes hatte er sich durch Taten noch keinen großen Namen gemacht.
Schutz vor Raub wie im Louvre oder Grünen Gewölbe
Damit diese Stücke von unschätzbarem geschichtlichen Wert vor einem Raub wie im Louvre in Paris oder dem Grünen Gewölbe in Dresden geschützt sind, wurden höchste Sicherheitsmechanismen verbaut.
Neben einem ausgeklügelten Schutzsystem, das den Grabschatz nicht in den Hintergrund drängt, hatte das Atelier Brückner mit zahlreichen anderen Widrigkeiten zu kämpfen. So wurde etwa die Eröffnung immer wieder verschoben, etwa aufgrund der Corona-Pandemie oder von politischen Unruhen.
Augen aus aller Welt auf Ägypten gerichtet
Am Eröffnungstag werden Staatsmänner aus aller Welt in Ägypten erwartet – immerhin ist das Große Ägyptische Museum das größte archäologische Museum der Welt. Ausstellungsarchitektin Shirin Brückner reist ebenfalls mit einer Delegation rund um Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an und sieht dies als Krönung dieses Projekts an.
Das ist für unser Büro auch nochmal eine Ehre, dass wahrgenommen wird, dass ein deutsches Unternehmen eines der wichtigsten kulturellen Museen mitgestaltet hat.