Comic-Tiere spiegeln uns Menschen
Es falle uns leichter mit menschlichen Unarten umzugehen, wenn wie sie auf der abstrakten Ebene der Stellvertreter-Tiere betrachten, sagt der Kurator und Kunsthistoriker Alexander Braun in SWR Kultur: „Und da sind es die ambivalenten Tiere wie Donald Duck, der Brüche hat und cholerisch sein kann, das gefällt uns besser.“
Bremer Stadtmusikanten ohne Persönlichkeit
Der Comic greift damit die Fabeltradition auf. Der große Unterschied: Die Fabel nehme das Tier immer als einen metaphorischen Stellvertreter.
Braun nennt als Beispiel die Bremer Stadtmusikanten: „Die werden nicht individualisiert, die bekommen keinen spezifischen Charakter, die haben weder individuelle Namen, noch gibt es die Bremer Stadtmusikanten Teil 2, Teil 3, Teil 4. Die werden auch nicht zu seriellen Figuren, die neue Abenteuer erleben“, so Braun.
Rückgriff auf die Fabeltradition
Das mache der Comic an der Wende zum 20. Jahrhundert anders, wenn er diese Fabeltradition anerkenne, aber sie auch überwinde, „weil er tatsächlich Charaktere ausbildet, die Persönlichkeiten sind im Vergleich zu menschlichen Persönlichkeiten“, so Braun.