Prof. Christina Haak, Direktorin des Landesmuseums Württemberg in Stuttgart, betont im Gespräch mit SWR Kultur: „Museen müssen öffentliche Orte sein, an denen demokratische Werte klar vertreten werden.“ Dabei gehe es nicht nur um Ausstellungen, sondern auch um das Ermöglichen gesellschaftlicher Debatten. „Wir reagieren auf eine vielfältige Gesellschaft mit vielfältigen Publica – das verlangt neue Formate der Vermittlung“, erklärt Haak.
Für sie sind Museen weit mehr als Wissensspeicher: Sie seien Plattformen für Aushandlungsprozesse, die auch Widerspruch aushalten müssen. „Es geht darum, sichere Debattenräume zu schaffen, in denen unterschiedliche Sichtweisen ausgehalten und diskutiert werden können“, so die Museumsdirektorin.
Dass Museen sich dabei in einem Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichem Auftrag und politischer Einflussnahme bewegen, sei ihr bewusst. Dennoch sieht Haak auch Chancen in der Zusammenarbeit mit der Politik – solange die Kunstfreiheit gewahrt bleibt.