Wenn das Zuhause zu klein für die Sammelleidenschaft wird, dann entstehen etwa so kuriose Museen wie das Schweinemuseum in Stuttgart oder das Flippermuseum in Neuwied. Und wenn das „Dschungelcamp“ in Stuttgart einziehen soll oder der Schwabe auf der Suche nach kostengünstigen Nahrungsmitteln ist, dann kommt so etwas heraus wie das „Disgusting Food Museum“ in der schwäbischen Landeshauptstadt.
Nicht weniger spektakulär, aber eher zum Staunen als kurios sind solche Museen wie das Bienenkundemuseum im Münstertal oder das Tagebucharchiv in Emmendingen. Hier steht in erster Linie der Forschungsaspekt im Vordergrund, der aber auch alles andere als langweilig ist.
Lotto-Museumspreis für Deutsches Fleischermuseum Böblingen:
Fünf skurrile Museen im Südwesten:
- Schweine-Museum in Stuttgart
- Flippermuseum in Neuwied
- Disgusting Food Museum in Stuttgart
- Bienenkundemuseum im Münstertal
- Deutsches Tagebucharchiv in Emmendingen
Schweine-Museum in Stuttgart
Wer denkt, das Schweine-Museum hat etwas mit Schweinen zu tun, ist nicht ganz auf dem Holzweg, allerdings geht es in erster Linie nicht um das Tier und seinen Lebensraum, sondern um Schweine in allen erdenklichen Formen, Farben und Materialien, sprich Plüsschweine, Glücksschweine, Sparschweine.
Schwein gehabt, könnte man sagen, denn das Museum befindet sich in einem ehemaligen Schlachthof. Im doppelten Sinne: Denn gegründet wurde es von der Gastronomin Erika Wilhelmer.
Ihre Sammelleidenschaft brachte dem Museum sogar einen Guiness-Buch-Rekord ein. Mit 25.000 Exponaten durfte es den Titel „Größtes Schweine-Museum der Welt“ führen. Mittlerweile beherbergt es 50.000 Exponate auf 600 Quadratmetern in 25 Themenräumen.
Flippermuseum in Neuwied
Wer's bunt und knifflig mag, der sollte dem Deutschen Flippermuseum „Extraball“ in Neuwied mal einen Besuch abstatten. Mit 150 Exponate von 1930 bis in die Gegenwart lässt es Spielerherzen höherschlagen.
Ein besonderes Highlight ist das „Bajazzo“, das zu den Ur-Kugelfangspielen gehört. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es überwiegend in Berlin, Dresden und Leipzig gebaut.
Das Ziel des Spiels: Eine italienische Clownfigur, der Bajazzo, musste mithilfe eines Drehknopfs so bewegt werden, dass er die Kugel, die man mit einem anderen Drehknopf ins Rollen brachte, fangen konnte. War der Spieler geschickt genug, konnte er, mit einem Einsatz von 10 Pfennig, 40 Pfennig gewinnen.
Besonders beliebt waren sie auf Jahrmärkten und in Gaststätten. Im Gegensatz dazu dient der klassische Flipperautomat, wie man ihn auch heute noch kennt, in erster Linie der Spiellust. Es geht also um einen Gewinn an Freude, nicht an Geld.
Disgusting Food Museum in Stuttgart
Ungewöhnliche Speisen aus exotischen Kulturen? Man kann es so wie das Museum nennen, oder kurz „Ekel-Essen“ – zumindest für den mitteleuropäischen Geschmack. Das bietet das Disgusting Food Museum in Stuttgart, dessen Vorläufer sich in Malmö und Berlin befinden.
Wer Lust auf eine Essens-Challange hat, muss also nicht mehr eine der berüchtigten Essensprüfungen im australischen Dschungel absolvieren, sondern kann einfach einen Museumsbesuch einplanen.
Hier werden Besucher eingeladen, über den Tellerrand hinauszublicken. Gezeigt werden 80 der ekelerregendsten Speisen aus aller Welt. An manchen darf gerochen, andere dürfen gekostet werden.
Hinter dem Museumskonzept steckt die Idee, den eigenen Geschmack zu hinterfragen, um eventuell künftig durch ein neues Ekelverständnis einen umweltfreundlicheren Nahrungsumgang zu etablieren.
Disgusting Food Museum in Stuttgart Bullenpenis und Madenkäse: Ausstellung zeigt ekligste Speisen der Welt
In Stuttgart bringt eine neue Ausstellung das Dschungelcamp-Feeling ins Museum. Die Besucher können dort ihre Gewohnheiten hinterfragen. Was ist essbar – und was nicht.
Bienenkundemuseum im Münstertal
Wer in die Welt der Bienen eintauchen möchte, für den ist ein Abstecher ins Bienenkundemuseum im Münstertal ein Muss. Der ehemalige Museumsleiter und „Bienenpapst“ Karl Pfefferle reiste durch die ganze Welt, um rare Imkerei-Unikate in sein Museum zu holen.
So findet sich unter den Ausstellungsstücken etwa eine rund 50 Millionen Jahre alte, in Bernstein eingeschlossene Urbiene oder über 220 Jahre alte Kamin-Bienenstöcke. In zwölf Räumen auf 800 Quadratmetern gibt es jede Menge zu bestaunen.
Summende Inspirationsquelle Von Albrecht Dürer bis Jopseph Beuys: Bienen in der Kunst
Ohne Bienen kein Leben – da war sich schon Albert Einstein sicher. Sie gelten als Symbol der Fruchtbarkeit, Mütterlichkeit und Produktivität und inspirieren seit Anbeginn der Menschheit auch die Kunst.
Im Mittelpunkt steht immer die Beziehung des Menschen zur Biene und ihre Bedeutung für die Erhaltung von Natur und Umwelt: Denn ohne Biene, kein Leben, war Karl Pfefferle überzeugt.
Deutsches Tagebucharchiv in Emmendingen
Von Tagebüchern geht immer eine gewisse Faszination aus, denn sie sind geheim, persönlich und sollen grundsätzlich nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Wer also etwas neugierig veranlagt ist und schon immer mal in fremde Tagebücher spicken wollte, kann dies im Tagebucharchiv in Emmendingen ganz legal tun.
Aufbewahrt werden unveröffentlichte Tagebücher, Lebenserinnerungen und Briefe von nicht prominenten Personen – Schriftstücke, in denen jemand eine Spur seines Lebens hinterlassen hat. 2019 ist das Archiv als „Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung“ in das Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg eingetragen worden.