In ihrer Zeit als Leiterin der Kunsthalle Mainz hat Stefanie Böttcher ein junges Haus weiter in der Stadt verankert und ihm auf der internationalen Bühne Profil verliehen. Doch, wenn es nach Böttcher geht, ist man noch lange nicht am Ende des Wegs angelangt.
„Wir haben ganz viel zu tun, um fester Bestandteil der Stadt zu werden“
„Die Kunsthalle ist eine verhältnismäßig junge Institution, und wir haben immer noch ganz viel zu tun, um fester Bestandteil der Stadt zu werden“, sagt die scheidende Direktorin der Kunsthalle im Gespräch mit SWR Kultur über die Herausforderung ihrer Arbeit.
Besonders wichtig war ihr dabei die inhaltliche Offenheit der Gegenwartskunst, die gesellschaftliche Krisen ebenso verhandelt wie neue Chancen. Dabei ist Böttcher ursprünglich eine Expertin für die Kunst des Barock und der Renaissance.
Spaß an der Zusammenarbeit mit lebenden Künstler*innen
„Ich bin dann aber im Praktischen immer wieder zur Gegenwartskunst zurückgekommen, weil es mir einfach total Spaß macht, erstens mit lebenden Künstler*innen zusammenzuarbeiten und zweitens auch die Themen so wahnsinnig virulent sind: mit Herausforderungen, Krisen, aber auch mit positiven Entwicklungen und Chancen.“
Ein persönliches Highlight war für sie die viel beachtete Ausstellung zum Thema Träumen mit dem Titel „What is the Dream That Makes You Dream?“, die im März 2025 eröffnete und die exemplarisch für ihren Ansatz steht, Kunst als partizipativen Raum für neue Impulse und Handlungsoptionen zu begreifen.
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