Hendrik Otrembas künstlerisches Universum
Musik, Malerei und Schreiben fließen bei Hendrik Otremba ineinander. Als Sänger der Post-Punk-Band Messer begeistert er seit über 15 Jahren Fans und die Musikkritik. Als Multikünstler erschafft er außerdem ein künstlerisches Paralleluniversum, das konstant in Bewegung ist.
Bisweilen sind der Sound und Look dieser Welt unheimlich. Und es ist nie ganz klar, was einen erwartet. Viele Motive entdeckt er zuerst durch die Kamera. Die alte Minox seiner Mutter hat er immer dabei.
Die Fotos sind Inspirationsquelle für seine Tuschemalereien. Die sind aktuell in der Mainzer Galerie Emde ausgestellt. Gemalt hat er gefühlt schon immer, momentan experimentiert er am liebsten mit Tusche.
Aktuelle Ausstellung mit Tuschezeichnungen
Die Ausstellung trägt den geheimnisvollen Titel „Das Gebiet“, als würde alles zusammengehören. Man kommt durch den „Wald“ hinein: „Da dachte ich auch immer, da ist irgendwas dahinter. Man kann kaum durchschauen, weil die Bäume so dicht stehen. Man wähnt aber auch durch das Licht, dass dahinter irgendwas ist.“
Auch dieses Gemälde ist von einem seiner Lieblingsfotos inspiriert. Doch die Malerei geht für Otremba noch weiter: „Im Malen fängt die Fantasie ja auch an, das, was hinter einem Bild sein könnte, irgendwie zu provozieren.“
Neuer Roman in Arbeit
Dies Stimmung der Ausstellung fließt gerade in einen neuen Roman, der auch „Das Gebiet“ heißen soll. Otremba hat schon mehrere Romane und Essays veröffentlicht und arbeitet als Dozent für kreatives Schreiben.
Und als wäre das alles nicht genug, performt er mit seiner Postpunk-Band Messer auch noch eigene Songs. Das ist auch nach 15 Jahren Bangeschichte immer noch mit mit Spaß verbunden, sagt Hendrik Otremba.
„Es ist immer noch ein Ort, in dem wir auch als Band zusammenkommen können, um unterschiedliche Dinge zusammenzutragen. Auch das, was ich male oder schreibe, darf da auftauchen. Die anderen sind da sehr empfänglich für“, sagt der Sänger.
„Der Gräber“ – Eine zeitreisende Kunstfigur
Und dann gibt es noch die Figur mit der Maske. Sie taucht auf dem Cover seines Soloalbums und im Video „Der Gräber“ auf – ein stiller Beobachter und eine Art zeitreisender Zeuge, erklärt Otremba.
„Er beobachtet den zivilisatorischen Prozess, menschliches Verhalten, krasse Umbrüche und historische Ereignisse, die er mitbekommt. Dadurch, dass er nicht altert oder sich anders zur Zeit verhalten kann“, sagt Hendrik Otremba.
Für den Künstler auch ein Weg, sich mit den aktuellen Ereignissen in der Welt auseinanderzusetzen.
Hendrik Otrembas zentrale Themen
Abgründe menschlicher Existenz, Verlorenheit und Vergänglichkeit sind zentrale Themen, mit denen sich Hendrik Otremba in all seinem Schaffen beschäftigt. Manchmal taucht eine Figur in seinen Songtexten auf und um die spinnt er dann einen ganzen Roman.
In seinen Malereien schafft er dann die passende, meist dystopische, rätselhafte Bilderwelt dazu. Seine Kunstformen können auch durchaus unabhängig voneinander betrachtet werden. Zusammen ergeben sie einen eigenen Kosmos, eine dunkle, abgründige Seite des Hendrik Otremba.
Wem die Zeit zu lang wird, bis der neue Roman im Februar erscheint, der kann jetzt in Mainz in die mysteriöse Welt von Hendrik Otremba eintauchen. Aktuell stellt er seine Tuschemalereien in der Emde Gallery aus.
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