Der Schriftsteller Arno Geiger hat ein ambivalentes Verhältnis zu Gewohnheiten. Einerseits braucht er bestimmte Rahmenbedingungen im Alltag, um zu schreiben, zum Beispiel einen aufgeräumten Schreibtisch. Andererseits versucht er Denk- und Gefühlsmuster zu vermeiden oder aktiv zu durchbrechen, um nicht in Schreibroutinen zu verfallen. Denn, so sagt er: "Altbewährtes ist irgendwann nicht mehr bewährt, sondern vor allem alt." Deshalb gehe es im kreativen Prozess immer darum, sich als dem Klammergriff dessen, was sich bewährt hat, zu befreien.