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Ben Lerner: Transkription

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Ben Lerner, geboren 1979 in Kansas, ist ein Schriftsteller, der in seinen Werken auf literarisch komplexe Weise die Ursachen der gesellschaftlichen Spaltung und auch die Krise des Männlichen erkundet.

Zudem ist er ein Autor, der, wie beispielsweise in seinem Debütroman „Abschied von Atocha“, mit unterschiedlichen Genres spielerisch umgehen kann. Lerner ist Lyriker, Essayist, Prosaautor und lehrt an verschiedenen Hochschulen in den USA.

In „Transkription“, Lerners neuem Roman, reist der Ich-Erzähler Max zu einem Interview mit seinem 90-jährigen Mentor Thomas, einem bedeutenden Mann in der Kunstszene und noch dazu Vater seines besten College-Freundes.

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Der Erzähler sitzt im Zug, denkt sich Fragen aus, die klug klingen sollen, macht sich gleichzeitig aber auch Sorgen um die Technik: Wird die Aufzeichnungsfunktion seines Smartphones einwandfrei funktionieren? Wird er aus Versehen das Gespräch löschen, bevor es transkribiert ist? Doch so weit kommt es gar nicht:

Ich putzte mir die Zähne. Das Wasser lief nicht richtig ab. Weil ich eine Zahnpastaschliere auf der Wange hatte, wusch ich mir das Gesicht. Dann griff ich nach meinem Handy, das ich in der kleinen, am Spiegel angebrachten Stahlschale abgelegt hatte. Irgendwie fiel mir das Gerät ins Waschbecken.

Was nun folgt, hat durchaus gewollte Anklänge an eine Kafka-Erzählung: Den Verlust seines Aufnahmegeräts will Max nicht wahrhaben; das Interview mit dem alten Mann wird zunehmend verwirrend und grotesk. Zeitweise verwechselt Thomas sein Gegenüber mit dem eigenen Sohn.

„Transkription“ ist eine moderne Parabel auf Technologien, die unser Handeln prägen, und eine Reflexion über Selbstbestimmung und familiäre Verantwortung.

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