Am Mittwoch beginnt in Basel die Frauenfußball-Europameisterschaft – ein Turnier, das zeigt, wie groß das Interesse an Frauenfußball mittlerweile geworden ist. „Dieser Boom hat sich längst abgezeichnet“, sagt die Genderforscherin Monika Hofmann vom Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZFG) Bern, die gemeinsam mit der Historikerin Marianne Meyer das Buch „Das Recht zu kicken“ veröffentlicht hat.
Darin zeichnet sie nach, wie Fußballspielerinnen jahrzehntelang mit Vorurteilen und Verboten zu kämpfen hatten. „Noch 1943 wurde in der Schweiz behauptet, Fußball schade der Gebärfähigkeit von Frauen“, so Hofmann. Dass Frauen heute trotzdem auf dem Rasen stehen, sei keine Selbstverständlichkeit: „Dieses Recht wurde erkämpft von den Frauen – mit viel Ausdauer und Beharrlichkeit.“
Die Entwicklung sei international ähnlich, mit Phasen von Sichtbarkeit, Verdrängung und institutioneller Anerkennung. Trotzdem wünsche sich Hofmann keine Gleichmachung mit dem Männerfußball: „Niemand will Millionentransfers – wir wollen, dass Frauen vom Fußball leben können, aber nicht um jeden Preis.“