Als Kind muss er im Bordell seines Onkels die schmutzigen Laken wechseln. In der Kneipe seines Vaters ist er für die Musikauswahl zuständig: für die Alkoholiker am besten melancholisch. In der Wohnung über der Kneipe führen die Frauen der Familie ihre Gespräche. Dinçer Güçyeter hat sie in „Unser Deutschlandmärchen" erzählt. Und Nettetal zu einem Ort auf der literarischen Landkarte gemacht.
Erinnerungen zwischen zwei Welten
Der Autor besucht Dinçer zu Hause. Begleitet ihn auf einen Spaziergang in den Stadtpark, wo böse junge Menschen zwei Schwäne ersäuften. Oder zu einem Arztbesuch der Mutter. Auf einer Fahrt zu Theaterproben nach Aachen erinnern sich die beiden Gastarbeiterkinder an ihre Urlaubsfahrten gen Süden. Dinçer fährt immer langsamer. Dass die Autos hinter ihnen hupen ist ihm egal.