lesenswert Feature

Das Märchen von Nettetal – Die unglaubliche(n) Geschichte(n) des Dinçer Güçyeter

In „Unser Deutschlandmärchen“ erzählt Dinçer Güçyeter von Kindheit und Familie, von Migration und den Widersprüchen des Aufwachsens in Deutschland. Im Gespräch mit Manuel Gogos zeigt der türkische Autor wie er aus Erinnerungen Literatur formt – und warum er dabei auch seine Heimatstadt neu verortet.

Teilen

Stand

Von Autor/in Manuel Gogos

Als Kind muss er im Bordell seines Onkels die schmutzigen Laken wechseln. In der Kneipe seines Vaters ist er für die Musikauswahl zuständig: für die Alkoholiker am besten melancholisch. In der Wohnung über der Kneipe führen die Frauen der Familie ihre Gespräche. Dinçer Güçyeter hat sie in „Unser Deutschlandmärchen" erzählt. Und Nettetal zu einem Ort auf der literarischen Landkarte gemacht.

Erinnerungen zwischen zwei Welten

Der Autor besucht Dinçer zu Hause. Begleitet ihn auf einen Spaziergang in den Stadtpark, wo böse junge Menschen zwei Schwäne ersäuften. Oder zu einem Arztbesuch der Mutter. Auf einer Fahrt zu Theaterproben nach Aachen erinnern sich die beiden Gastarbeiterkinder an ihre Urlaubsfahrten gen Süden. Dinçer fährt immer langsamer. Dass die Autos hinter ihnen hupen ist ihm egal.

2022 Dinçer Güçyeter erhält den Peter-Huchel-Preis 2022

Der Lyriker Dinçer Güçyeter erhält den renommierten Peter-Huchel-Preis für seinen Gedichtband "Mein Prinz, ich bin das Ghetto": Die große Frage: Wer bin ich? steht über seinen Gedichten. Verse voller Überraschungen und großer Sprachwucht, auch politisch zu lesen.

Erstmals publiziert am
Stand
Gespräch mit
Dinçer Güçyeter
Autor/in
Manuel Gogos