Buchkritik

Lernen, mit dem Klimawandel zu leben: Klimabuch „Eis gegen heiß“ 

Der Klimawandel ist da und verändert unser Leben. Dieses Buch zeigt, wie Gesellschaft und Einzelne sich anpassen können, mit anschaulichen Illustrationen und Strategien.

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Von Autor/in Johannes Kaiser

Klimakrise verstehen – und konkret handeln

Christian Serrer, Karoline Möller, Lukas Neuwirth und Franziska Koert zeigen uns in ihrem Klimabuch „Eis gegen heiß“ leicht verständlich und sofort begreifbar – mit wenigen Fachtermini –, wie sich das Klima entwickelt hat und in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird.

Viele Grafiken und vor allem zahlreiche farbige Illustrationen veranschaulichen den derzeitigen Zustand und die Fortentwicklung. Man ist im wahrsten Sinne des Wortes sofort im Bilde.

Eine ungewöhnliche, aber überzeugende Form der Aufklärung und ein ungewöhnlicher  Ratgeber im Taschenbuchformat, so wie ihn bislang niemand vorgelegt hat.

Die Auswirkungen des Klimawandels 

Das erste Kapitel zählt erst einmal kurz und präzise sowie anhand zahlreicher Farbillustrationen die bisherigen Ergebnisse der Klimawissenschaft auf. Erstaunlich, wie viele Wissenschaftler- und Forscherinnen den Autoren dabei mit Rat und Tat geholfen haben. Natürlich kennt man viele dieser Fakten bereits:

Sie zeigen, wie rasch die Gletscher und Eisschilde schmelzen, die Meere ansteigen und die Ökosysteme leiden, wie sich Landwirtschaft und Fischerei ändern, welche Folgen die Klimaerwärmung für unsere Gesundheit hat. Daraus leiten die Autoren detailliert die Maßnahmen ab, die eine weitere Erwärmung verzögern können.

Auch wir selbst können durch unser Verhalten dazu beitragen. Dazu machen die Autorinnen und Autoren sechzehn Vorschläge. Dazu gehört zum Beispiel, Mitbürger zu informieren, auf Flugreisen zu verzichten, Energie zu sparen oder selbst Solarstrom zu gewinnen, sich pflanzlich zu ernähren und klimabewusste Politiker zu wählen.

Unvermeidbare Klimarisiken 

Während das erste Kapitel die grundsätzlichen Probleme anspricht, buchstabiert das zweite Kapitel durch, welche Gefahren und Risiken uns drohen.

Das ist nicht immer ganz einfach zu verstehen, denn die Autorinnen und Autoren versuchen, aus den verschiedenen Gefahren und den Möglichkeiten, sie zu bekämpfen, eine Art unvermeidbares Restrisiko zu destillieren.

Wichtig ist darum, so die Autoren, sofort mit Schutzmaßnahmen zu beginnen, vorauszusehen, was kommen wird, entsprechend zu handeln und die internationale Zusammenarbeit zu stärken.

Ein Auszug aus dem Klimabuch "Eis gegen Heiss" über die Ziele der Anpassung
Ein Auszug aus dem Klimabuch "Eis gegen Heiss" über die Ziele der Anpassung

Konkrete Handlungsstrategien 

Nach dieser eher abstrakten Analyse wird das dritte Kapitel erheblich konkreter mit sofort verständlichen, einfachen Handlungsvorschlägen. Beschrieben wird, was sich in allen gesamtgesellschaftlichen Bereichen ändern muss.

Das betrifft Energie, Landwirtschaft oder Verkehr ebenso wie den Umbau der Wälder. Die Autorinnen und Autoren zeigen auf, wie sich der Gesundheitsschutz verbessern lässt, die Städte hitzebeständiger werden, was Industrie und Unternehmen dazu beitragen können.

Selbst Tourismus und Migration sind Themen. Die Vorschläge sind nicht neu, aber in dieser knappen und bildhaften Form einzigartig. Das macht die Übersicht leicht verständlich und übersetzt die harten Fakten in nachvollziehbare Handlungsanweisungen.

Persönliches Engagement 

Im letzten Kapitel zeigen uns die Autoren, wie wir selbst unser persönliches Verhalten an die Klimaerwärmung anpassen und unnötige Emissionen vermeiden können.

Das reicht von ganz konkreten Vorschlägen, welche Werkzeuge, welches Material man braucht, um ein Rückstauventil im Keller zu installieren, damit bei Starkregen und  Überschwemmung nicht der Keller vollläuft, bis zum Packen eines Notfallgepäcks und der Frage, was da alles hineingehört.

Ein Auszug aus dem Klimabuch "Eis gegen Heiss" über die Stärkung der Psyche
Ein Auszug aus dem Klimabuch "Eis gegen Heiss" über die Stärkung der Psyche

In dieser kleinteiligen, detaillierten und illustrierten Form hat man das noch nie vorgeführt bekommen. Ein Wermutstropfen: Die Schrift ist so klein, dass man manchmal fast eine Lupe braucht, um den Text lesen zu können.

Dennoch: Ein erstaunliches Buch, das zudem am Ende seinen Lesern anbietet, bei der Errichtung von Informationsportalen, Vorträgen und Präsentationen zu helfen.

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