„So schleichend, dass man es kaum merkt“
Der Blogger und Autor Cory Doctorow prägte den Begriff „Enshittification“, der ein Phänomen beschreibt, das vielen Menschen bekannt vorkommen dürfte: Onlinedienste wie Amazon, Kleinanzeigen oder Google, auf die wir uns täglich verlassen, werden schlechter, nerviger und teurer. Der Grund: Algorithmen bestimmen immer mehr, welche Waren angeboten werden. Werbung und Kostenerhöhungen nehmen nach und nach zu.
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Kein Zufall, sagt Netzexperte Christian Schiffer in SWR Kultur, der „Enshittification“ von Cory Doctorow gelesen hat. Als Beispiel nennt er die Suchmaschine Google. Dort gäbe es im Vergleich zur Anwendung von vor zehn Jahren nicht nur Suchergebnisse, sondern zuallererst Werbeanzeigen, KI-Zusammenfassungen und SEO-optimierte Inhalte.
Je mehr man scrollt, umso mehr Werbung kann man sehen. Dabei hat man doch einfach nur, zum Beispiel, einen neuen Duschkopf gesucht.
Das Erleben vieler Nutzerinnen und Nutzer bei verschiedenen Plattformen fasst Schiffer so zusammen: „Es war mal ein guter Dienst, dann hat das einen gefangen genommen, eingeloggt und dann wurden die Daumenschrauben angedreht. Das ist so schleichend, dass man es kaum merkt“.
Es müsse deshalb Druck ausgeübt werden, etwa auf EU-Ebene im Bereich Verbraucherschutz.
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