Klassiker der Wortkunst: „Schtzngrmm“, „falamaleikum“, „Ottos Mops“.
Keine Bundestagsdebatte komme ohne „lechts und rinks“ aus, die man „nicht velwechsern“ könne. Bekannt sind Wortschöpfung von Jandl wie „Schtzngrmm“, „falamaleikum“ und das berühmte Gedicht „Ottos Mops“.
Viele Jandl-Gedichte seien inzwischen „Lesebuch-Klassiker“, sagt Günter Kaindlstorfer, beliebt auch bei Kindern und Jugendlichen. „Das hat natürlich mit der mitreißenden Vitalität und Frische dieser Gedichte zu tun.“
Frühe Kritik an Ernst Jandl: „Gestammel“, Wortspielereien ohne „lyrischen Gehalt“
Erstaunlich wirke heute der Kulturkonservatismus der 1950er und 60er-Jahre, als man Jandl noch als „Verderber“ der Jugend und seine Gedichte als „Gestammel“ kritisiert habe.
Sogar der Suhrkamp-Verlag habe eine Veröffentlichung damals abgelehnt mit der Begründung, man könne in Jandls Wortspielereien „keinen lyrischen Gehalt“ erkennen.
Ernst Jandl: Als Person beamtenhaft, kühn in seinen Gedichten
Erfolgreich sei Jandl erst Ende der 1960er Jahre geworden, als sich die öffentliche Diskussion für jüngere Leserschichten geöffnet habe. In seinen Lesungen sei der Lyriker höflich und korrekt aufgetreten.
Günter Kaindlstorfer: „Diese beamtenhafte Wirkung stand in einem faszinierenden Gegensatz zu den kühnen, fast anarchistischen Form-Experimenten, die Ernst Jandl in seinen Texten angestellt hat.“
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