Ein Sammelband mit Tiererzählungen
Der Literaturwissenschaftler Roland Borgards hat in der „Handlichen Bibliothek der Romantik“ einen Sammelband mit Tiererzählungen herausgegeben. In diesen Texten spielen Tiere eine zentrale Rolle: Eine Nachtigall heilt einen König, ein Löwe wird gezähmt, und ein Kater schreibt seine Lebensgeschichte.
Die Romantiker (1790–1840) betonten die Verbindung zwischen Mensch, Tier und Natur, im Gegensatz zur Aufklärung, die den Menschen als rationales Wesen über die Natur stellte. Tiere galten ihnen als Quelle von Inspiration und Glück, aber auch als Symbol für die Abgründe einer entfremdeten Gesellschaft.
Tiere spiegeln menschliche Eigenschaften
Werke wie E.T.A. Hoffmanns „Kater Murr“ oder Friedrich de la Motte-Fouqués Erzählungen zeigen, wie Tiere Herrschaft und menschliche Eigenschaften spiegeln. Zugleich kritisierten Romantiker wie Mary Shelley gesellschaftliche Missstände, etwa in „Frankenstein“.
Die Tierliebe der Romantik beeinflusste später das ökologische Denken. Bis heute faszinieren ihre Texte durch die Verbindung von Kunst, Natur und Visionen einer harmonischen Welt.