Schon Shakespeare wusste, dass sich über Geschmack trefflich streiten lässt – aber genau das vermeidet Ulrich Raulff in seinem neuen Buch „Wie es euch gefällt. Eine Geschichte des Geschmacks“. Vielmehr zeichnet der ehemalige Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach in seinem Buch nach, wie sich Vorstellungen von gutem und schlechtem Geschmack durch die Jahrhunderte verändern:
„Mich interessiert der schlechte Geschmack viel mehr“, sagt Raulff im Gespräch mit SWR Kultur, „der ist viel interessanter und viel ergiebiger.“
Für ihn ist Geschmack eine Art „Soft Power“, die zwar „sozial hilfreich, aber lebenspraktisch nicht unabdingbar“ sei. Warum sich Geschmack wandelt, bleibe für ihn letztlich ein „großes Rätsel“ – doch gerade dieses Rätsel mache seinen Reiz aus.