Queen, Sting, The Who, Elton John und viele mehr...

40 Jahre Live Aid: Das größte Rockkonzert der Geschichte

Vor 40 Jahren, am 13.7.1985, fand eines der größten Livekonzerte der Pop- und Rockgeschichte statt: Live Aid. Mit dabei waren unzählige Stars wie Queen, U2 oder auch The Police.

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Von Autor/in Patrick Schütz, Dave Jörg

40 Jahre Live Aid

Ausgestrahlt wurde Live Aid in die ganze Welt und mehr als eine Milliarde Fans rund um den Globus haben damals vor dem Fernseher gesessen und stundenlang den damals größten Stars der Rock- und Popwelt zugeschaut. Vor dem Fernseher haben damals auch Musikredakteur Dave Jörg und Musikchef Bernd Rosinus gehockt.

Ich war dreizehn und wir saßen davor und dachten uns: Boah, ey! Was ist das denn, was da passiert? Das ist ganz toll! [...] Ich habe Live Aid geguckt, solange ich konnte bei meiner Oma im Taunus!

2023 haben Bernd Rosinus und Dave Jörg die Podcastfolge im Rahmen von "Die 80er – Der Musikpodcast" aufgezeichnet. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums veröffentlichen wir diese Folge jetzt noch einmal.

16 Stunden Livemusik im Fernsehen – sowas gab es noch nie

Insgesamt sechzehn Stunden lang sind im Wechsel zwischen den beiden Bühnen im Londoner Wembley Stadion und im amerikanischen Philadelphia die großen Stars aufgetreten. Mit dabei waren unter anderem: Bryan Adams, die Beach Boys, David Bowie, Duran Duran, Bob Dylan, Elton John, Madonna, Queen, Paul McCartney, U2 und noch einige mehr.

Ich glaube, ich habe die 16 Stunden durchgeguckt!

Im Wembley Stadion war damals sogar noch höherer britischer Besuch mit dabei, ihre "Royal Highness" Prinz Charles und seine damalige Ehefrau Prinzessin Diana.

Beim legendären Live Aid Konzert im Londoner Wembley Stadion waren auch Lady Diana und (damals noch) Prinz Charles dabei. Im Hintergrund sehen wir hier Brian May und Roger Taylor von Queen. | 40 Jahre Live Aid: Das größte Rockkonzert der Geschichte
Beim legendären Live Aid Konzert im Londoner Wembley Stadion waren auch Lady Diana und (damals noch) Prinz Charles dabei. Im Hintergrund sehen wir hier Brian May und Roger Taylor von Queen.

Live Aid ist das größte Benefizkonzert der Welt

Ausgangspunkt für Live Aid war eine Dokumentation über Äthiopien, die Bob Geldof im Fernsehen gesehen hatte. In dem Land lag die Wirtschaft Anfang der 80er-Jahre komplett am Boden und lange Dürreperioden hatten die Ernten des Landes 1984 quasi komplett vernichtet, erzählt SWR1 Musikchef Bernd Rosinus.

Bob Geldof wollte den Menschen dort irgendwie helfen, aber wie? Natürlich durch Musik, dachte er sich. Er hat seinen Freund Midge Ure angerufen und ihm von der Idee erzählt, einen Benefizsong aufzunehmen, um Gelder für Äthiopien zu sammeln.

Entstanden ist dabei der Song "Do They Know It's Christmas". Nach dem Erfolg des Projektes, das unter dem Namen "Band Aid" gestartet war, entwickelt sich dann Live Aid.

Band Aid - Do They Know It's Christmas? (Official Video) [4K]

Zusammengekommen an Spenden sind bei Live Aid damals umgerechnet ca. 218 Millionen Euro. Vielleicht hat zu dieser enormen Spendensumme auch das Gefühl beigetragen, das Initiator Bob Geldof den Zuschauern dabei zuschreibt.

Zu Hause vor dem Fernseher, da hat man dieses kollektive Menschsein spüren können. Dass man diese nackte Armut gemeinsam stoppen kann.

Rockstars bei Live Aid

Queen-Frontmann Freddie Mercury beim Live Aid Konzert von Queen in seiner ikonischen, gelben Jacke
Freddie Mercury starb am 24. November 1991 an AIDS. Am 5. September 2021 hätte er seinen 75. Geburtstag gefeiert. Hier sehen wir ihm beim legendären Live Aid Konzert am 13. Juli 1985.

Eines der Highlights von Live Aid war auch die Performance von Queen. Dabei war die Band zunächst nur schwer von einem Auftritt bei Live Aid zu überzeugen. Queen war gerade auf Tour in Australien unterwegs und vom Tourleben ziemlich ermüdet, erzählt Bob Geldof im SWR1 Interview.

Es war sehr schwer Freddie (Mercury) zu überzeugen [...]. Ich hab dann gesagt: Fred, wenn jemals eine Bühne für dich gebaut worden ist, dann ist es diese.

Die Kritik an Live Aid

So begeistert viele Menschen von Live Aid, der Musik und dem Wunsch zu helfen auch sind, es gab in den letzten 40 Jahren auch immer wieder Kritik an dem Projekt.

Zuletzt im Dezember 2024 von dem aus Ghana stammenden Rapper "Fuse ODG". Er findet, dass Projekte wie "Live Aid" und die Benefizsingle "Do They Know It's Christmas" dem afrikanischen Kontinent wirtschaftlich geschadet hätten. Durch solche Projekte würde der Eindruck entstehen, dass alle Länder Afrikas arm und unterentwickelt seien. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass sich mit Live Aid vor allem weiße Künstlerinnen und Künstler auf die Schulter geklopft hätten.

Sheeran vs. Geldof Zoff um "Do They Know It's Christmas 2024" von Band Aid

Bob Geldof hat mit Band Aid und "Do They Know It's Christmas" viel bewegt. Um die neue Version gibt es jetzt aber Zoff mit Ed Sheeran.

Der Nachmittag SWR1 Rheinland-Pfalz

Neu war diese Art der Kritik nicht – Bob Geldof selbst hat sie als absurd zurückgewiesen und im Times Radio provozierend gefragt: "Wenn in Afrika eine Hungersnot herrscht, dann dürfen keine weißen Menschen helfen, sondern nur die mit nicht weißer Hautfarbe?"

Bob Geldof, der Sänger der Boomtown Rats ist auch Mit-Initiator von Live Aid. | 40 Jahre Live Aid: Das größte Rockkonzert der Geschichte
Der irische Rocksänger Bob Geldof von den Boomtown Rats ist einer der Mitgründer von Live Aid.

Das Argument wäre, so Geldof im Frühjahr 2025, unfassbarer Quatsch und würde alles Gute einfach niedermachen. Er selbst würde es immer wieder so machen, um Leben in Afrika zu retten. Da Bob Geldof zu seiner Haltung steht und stand, haben wir uns redaktionell dazu entschlossen, den Live Aid-Podcast aus 2023 mit ihm, unverändert nochmal neu zu veröffentlichen.