Mit dem Nummer-Eins-Hit "West End Girls" vom Debütalbum "Please" sind die Pet Shop Boys durchgestartet. Doch was viele nicht wissen: Der erste Versuch von 1984 mit der ursprünglichen Aufnahme des Songs mit dem amerikanischen Disco-Produzent Bobby Orlando in New York floppte. Erst die geschliffene Neuaufnahme von 1985 mit neuem Produzent trifft voll den Geschmack der Zeit.
Pet Shop Boys mit "Suburbia" auf Platz zwei der deutschen Charts
Das ganze Album "Please" liefert dann noch drei andere Hits, zum Beispiel "Love Comes Quickly". Das war die Nachfolge-Single von "West End Girls". Dazu noch "Opportunities (Let's Make Lots of Money)" und "Suburbia". Dieser Song war vor allem bei uns in Deutschland sehr erfolgreich und erreichte Platz zwei in den Charts.
Die Pet Shop Boys haben einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Das liegt nicht nur an ihrem typischen Synthie-Klang und ihren Melodien, sondern auch am Sänger Neil Tennant. Der klingt nicht neutral englisch so wie viele Künstler, sondern ausgesprochen britisch, ein bisschen distanziert und unterkühlt. Er hat einen Erzählstil beim Singen, als ob er mit uns redet.
"Suburbia" handelt von echten Erlebnissen der Pet Shop Boys
Bei "Suburbia" erzählt uns Tennant, wie die wilden Jungs aus der Vorstadt um die Häuser ziehen und die Mutter zu Hause unter der Trockenhaube sitzt und die Haare gemacht kriegt. Davon handeln die Textzeilen in dem Song. Das bekommt durch den Sänger Neil Tennant eine besondere Atmosphäre.
Tennant war geschockt, als in den Londoner Vororten Gewalt und Unruhen ausgebrochen waren. Das hat er gesehen. Auch seine eigene Heimat, das nordenglische Newcastle, war in den 70ern ein heißes Plaster – da sind gerne mal Schlägereien ausgebrochen und die Vororte waren soziale Brennpunkte.
Auch typisch für die Pet Shop Boys: Gesellschaftskritische Songs, die aber als ganz leichte, eingängige Popsongs daher kommen – so wie auf dem ersten Album "Please“.
Hartnäckiges Gerücht über das Kennenlernen der Pet Shop Boys
Das Gerücht, dass die Pet Shop Boys sich in einem Pet Shop, einer Zoohandlung kennengelernt haben, hält sich hartnäckig. Es stimmt aber nicht. Tatsächlich war es ein Hi-Fi-Geschäft in London.
Neil Tennant wollte sich ein Kabel kaufen, um ein Keyboard an seine Stereoanlage anzuschließen. Das wurde in dem Laden zusammengelötet. Dann ist Chris Lowe reingekommen, die beiden haben sich unterhalten und sind Freunde geworden. Das ist die Vorgeschichte.
Die Popstar-Karriere war nie der Plan A. Keyboarder Chris hat Architektur studiert, Sänger Neil hat erstmal alle möglichen Jobs gehabt. Er arbeitete für einen Comic-Verlag und ist dann als Musikjournalist bei der Zeitschrift "Smash" eingestiegen. Mit seinen Artikeln hat er spätere Musikkollegen teilweise böse verrissen.
40 Jahre "Please": Vom Hobby zum Fulltime-Job
Das mit der Musik war wohl Schicksal. Denn nach ein paar Umwegen ist "West End Girls" für die Pet Shop Boys ein Nummer-Eins-Hit geworden. Auch das erste Album "Please" ist voll eingeschlagen. Da war klar, dass aus dem Musikhobby ein Fulltime-Job werden würde. Und den machen sie heute noch.