Punk als Symbol für Widerstand
Punk wird 50 Jahre alt – und ist trotz aller Wandlungen noch immer ein Symbol für Widerstand gegen gesellschaftliche Normen und für kreative Selbstermächtigung.
In dem Buch „Bored Teenagers“ wurden viele Stimmen von Musikern, Journalisten und Autoren zum Punk zusammengetragen.
Herausgeber Jonas Engelmann beschreibt, wie diese Bewegung gerade für ihn als Jugendlichen auf dem Land ein Ventil war: „Da war es schon ziemlich langweilig in den 90ern […] und da kam dann irgendwie Punk in dieses Dorf und hat mich dann abgeholt.“
Punk als Haltung
Die rohe, einfache Musik und der Do-it-yourself-Gedanke machten Punk zu mehr als nur einem Sound, sondern zu einer Haltung, die Menschen bis heute prägt.
Auch wenn der Stil längst im Mainstream angekommen ist, sieht Engelmann weiterhin einen Kern aus Kritik und Eigeninitiative: „Ich glaube, dass es trotzdem immer parallel […] eine Unterströmung gab, die immer noch versucht hat, diesen DIY-Geist hochzuhalten.“
So bleibt Punk auch nach fünf Jahrzehnten lebendig – vielleicht anders als früher, aber immer noch unbequem.
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Diskussion Alles so schön bunt hier – Nina Hagen wird 70
Der Farbfilm ist schnell vergessen, als Nina Hagen Ende der 1970er Jahre in die bundesrepublikanische Wirklichkeit platzt. Ihr Look, ihre Energie, ihre alle Rahmen sprengende Stimme und ihre Texte sind anders, als es die Deutschen bisher kannten. Und damit hat sie auch international Erfolg. Doch Nina Hagen verwirrt irgendwann auch auf unangenehme Weise: Sie hat angeblich Ufos gesehen, leugnet die Existenz von AIDS. Inzwischen hat sie zu Gott gefunden, in Filmkomödien gespielt und geht immer wieder mal mit Brechtliedern auf Tour. Nina Hagen scheint in keine Schublade zu passen. Macht sie das gerade zur universellen Künstlerin? Welchen Stellenwert hat Nina Hagen in der Musikgeschichte und Popkultur? Ist sie die feministische Ikone, für die sie viele halten? Und kann es so eine wie sie eigentlich heute noch geben? Eva Röder diskutiert mit Joachim Hentschel – Journalist und Autor; Dr. Anna Seidel – Popkulturforscherin an der Universität Münster; Jenni Zylka – Journalistin und Autorin