Der Sänger wird 85

Cliff Richard: Wie wurde der Popstar zur Legende und zum Ritter?

Cliff Richard ist noch immer ein großer Name in der Popmusik, wo Namen schnell verblassen. Er stellte einen Rekord auf, obwohl er seine Karriere vor über 50 Jahren fast beendet hätte.

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Von Autor/in Hans-Jürgen Finger

Von Indien nach England: Die frühen Jahre von Cliff Richard

Cliff Richard, geboren als Harry Rodger Webb, erblickte am 14. Oktober 1940 in der indischen Stadt Lucknow das Licht der Welt. Als Harry acht Jahre alt war, zog die Familie nach England, wo sie plötzlich mit bescheidenen Mitteln auskommen musste.

In dieser Zeit entdeckte der junge Harry seine Liebe zur Musik. Ein Plattenspieler, finanziert vom knappen Familienbudget, wurde zum zentralen Element seines Alltags. Bald begann er, aktuelle Hits auf der Gitarre nachzuspielen. Neben der Musik war er sportlich aktiv: Er war nicht nur der beste Speerwerfer seiner Schule, sondern auch ein talentierter Fußballspieler.

Seine Mutter erkannte früh sein Potenzial und unterstützte ihn nach Kräften. Sie ermutigte ihn mit den Worten: "Du bist so gut wie all die anderen."

Die Geburt eines Stars: "Move It" und der Aufstieg zum Rock'n'Roll-Idol

Mit 16 Jahren begann Cliff Richard als Büroangestellter zu arbeiten, doch seine Freizeit widmete er ganz der Musik. 1958 gründete er die Band "The Drifters", die später als "The Shadows" bekannt wurde. Ihr erster Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.

Gleich ihre erste Single "Move it" stürmte die Hitparaden und machte Cliff Richard zur Ikone des britischen Rock’n’Roll. Ein Jahr später folgte mit "Living Doll" der erste Millionenseller, der ihn auch international bekannt machte. Hits wie "Summer Holiday" und "The Young Ones" zementierten seinen Status als Superstar. Auch die Filmindustrie klopfte an seine Tür.

 "Vor Cliff Richard & The Shadows gab es in der britischen Musik nichts Hörenswertes."

Cliff Richard
Cliff Richard & The Shadows im Film-Musical "The Young Ones"

Ein Wendepunkt: Spirituelle Suche und die Begegnung mit Billy Graham

1965 folgte ein kompletter Imagewandel und er wandte sich spirituellen Themen zu. Er begleitete den evangelikalen Prediger Billy Graham auf dessen England-Tournee und trat bei seinen Veranstaltungen auf. In Interviews erklärte er sogar, dass er sich künftig der Theologie widmen wolle. Doch langfristige Verträge und seine Verpflichtungen im Showbusiness hielten ihn dort.

Das Voting aus Deutschland kostet Cliff Richard den Sieg

1968 wurde der Song Contest in Großbritannien ausgetragen und bereits im Vorfeld war es so gut wie sicher, dass Cliff Richard einen Heimsieg erringen würde. Wahre Konkurrenz gab es nicht und darüber hinaus war "Congratulations" bereits in vielen europäischen Charts notiert.

Als alle Beiträge vorgestellt waren und die Wertung begann, schloss sich Cliff Richard vor Nervosität in die Herrentoilette ein. Dies schien unbegründet, denn alles lief nach Plan und Großbritannien lag an der Spitze. Doch dann folgte die Wertung aus Deutschland, welche die Wende brachte: Die Sängerin Massiel schlug mit "La, La, La" den heißesten Favoriten mit einem einzigen Punkt Unterschied.

Mit Beruhigungsmitteln zum zweiten Grand-Prix-Auftritt

Cliff Richard soll nach dieser knappen Niederlage beim Grand Prix im Jahr 1968 am Ende der Veranstaltung geschworen haben, dass er nie wiederkommen würde.

Cliff Richard
Cliff Richard (ca. 1970)

1973 brach er den Schwur, jedoch war die erneute Teilnahme reine Berechnung: Er brauchte dringend einen neuen Hit, nachdem die letzten Jahre diesbezüglich mager ausgefallen waren. Da er auch dieses Mal nicht die besten Nerven hatte, ließ er sich vor der Show ein Beruhigungsmittel verabreichen und hätte deswegen beinahe seinen Auftritt verpasst. Nachteiligen Einfluss übte dies auf seinen Vortrag nicht aus: "Power To All Our Friends" erreichte den dritten Platz und wurde seit "Congratulations" sein größter Hit.

Cliff Richard
Cliff Richard und die Shadows (1968)

Das Comeback: Hits und Ritterschlag

Nach einer ruhigeren Phase in den frühen 1970er-Jahren feierte Cliff Richard ein fulminantes Comeback. Songs wie "Miss You Nights" und "Devil Woman" brachten ihn zurück an die Spitze. Zwischen 1958 und 2014 platzierte er 130 Singles in den britischen Charts – ein Rekord, der seinesgleichen sucht.

1995 wurde er für sein Engagement in der Wohltätigkeit von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen – als erster Popstar überhaupt.

Besondere Plattencover von Cliff Richard

Plattencover von Cliff Richard
"Move it" ist die Nummer 1 der Diskographie von Cliff Richard. Im August 1958 kam die Platte auf den Markt und galt als erste Rock’n’Roll-Scheibe, die nicht in den USA produziert wurde. Ursprünglich war der Titel nur als B-Seite gedacht, doch der in der Musikszene einflussreiche TV-Produzent Jack Good hörte "Move it", verpflichtete Cliff Richard für die TV-Show "Oh Boy" und "Move it" kam auf die A-Seite der Single.
Plattencover von Cliff Richard
Nur ein Punkt fehlte beim Grand Prix d’Eurovision de la Chanson 1968 zum Sieg: "Congratulations" wurde dennoch einer seiner größten Hits. Den Titel nahm er in deutscher ("Man gratuliert mir"), französischer, italienischer und - hier im Bild - spanischer Sprache auf.
Plattencover von Cliff Richard
Mit "We don’t talk anymore" landete Cliff Richard einen seiner größten Hits überhaupt. Der Produzent und Multiinstrumentalist Alan Tarney hatte die Nummer geschrieben. Weltweit gingen davon rund 3 Millionen Exemplare über die Ladentische. Er ging in Deutschland auf Tournee, die zum Triumphzug wurde: 16 Hallen waren im Herbst 1979 ausverkauft. Auch mit den Nachfolge-Singles "Carrie" und "Dreamin'" konnte er zwei weitere Top-Hits landen.

Bei der Erstellung dieses Textes hat ein KI-Sprachmodell geholfen. Es hat einen Vorschlag gemacht, wie man aus einer vorherigen Fassung zum Thema einen Artikel strukturieren und formulieren könnte. Anschließend wurde der Text von einer Redakteurin überarbeitet, das heißt: kritisch geprüft, ergänzt und verbessert. Generell handelt der SWR nach folgenden Richtlinien:

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Hans-Jürgen Finger

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