Bryan Adams macht aus MTV Unplugged mehr
Zur Zeit der Aufnahmen war Bryan Adams längst ein Weltstar. Nach dem Album "Reckless" in den 80ern und den großen 90er-Balladen war Adams etabliert – aber er wollte zeigen, dass hinter dem Stadionrock echte Songs stecken. MTV Unplugged war dafür die perfekte Bühne. Aufgenommen wurde das Konzert am 26. September 1997 im Hammerstein Ballroom in New York – und zwar komplett an einem Abend.
Keltische Klänge treffen auf Rockmusik
Die Besonderheit des Konzert ist dabei, dass der kanadische Künstler durch ein Orchester und keltische Klänge begleitet wird. Die keltische Färbung hat Davy Spillane eingebracht, ein irischer Musiker mit keltischem Instrumentarium. Irish Pipes und verschiedene Flöten geben dem amerikanisch-kanadischen Rocksound eine ganz neue Note.
Gerade Songs wie "Back To You" oder "Cuts Like A Knife" leben stark von einer Mischung aus Rock und keltischem Timbre – das gibt den Songs so eine melancholische Note, die man von Adams so vorher kaum gekannt hat.
Adams wird von einem Streicher-Ensemble begleitet
Adams hat "Unplugged" nicht minimalistisch verstanden, sondern orchestriert. Er hat sich Michael Kamen ins Boot geholt, einen renommierten Filmkomponisten. Und statt ein großes Profi-Orchester zu engagieren, hat er Studierende der Juilliard School dazugeholt. Die Juilliard School in New York ist eine der renommiertesten Musik- und Schauspielhochschulen der Welt. Viele internationale Spitzenmusiker kommen von dort.
Aber Studenten waren günstiger und vor allem flexibler, als ein etabliertes Orchester. Zum anderen wollte Kamen eine gewisse Frische: keine routinierte Orchesterroutine, sondern junge Musiker, die mit Rockmaterial anders umgehen. Das Ergebnis klingt deshalb nicht nach steifer Klassik, sondern lebendig und direkt.
Livealbum "Unplugged" zeigt Bryan Adams von einer neuen Seite
Die Songs bekommen durch die Streicher eine neue emotionale Tiefe, ohne ihren Charakter zu verlieren. Dazu sind drei damals noch ganz neue Songs gekommen "Back To You", "When You Love Someone" und "A Little Love".
Bryan Adams zeigt beim Konzert für MTV und auf dem daraus entstandenen Livealbum "Unplugged", dass seine Songs auch ohne Verstärkerwände funktionieren – und dass er mehr ist als nur der Mann für Stadionrefrains. Für MTV Unplugged hat er sich nicht neu erfunden aber sein Material ganz neu veredelt.