Ende der 1980er Jahre war Hardrock oft ziemlich eindeutig: große Frisuren, große Gitarren, große Gesten, viel Party und viel Pose. Doch dann kommt "Close My Eyes Forever" von Ozzy Osbourne und Lita Ford.
"Close My Eyes Forever": Ozzy Osbourne ja, aber wer ist Lita Ford?
Viele kennen Ozzy sofort. Lita Ford muss man vielleicht kurz einordnen. Lita Ford war eine der wenigen Frauen, die sich in der von Männern dominierten Hardrock- und Metal-Welt der 1980er Jahre ganz vorne etabliert haben.
Angefangen hat sie schon als Teenager bei den "The Runaways", einer der ersten erfolgreichen reinen Frauen-Rockbands überhaupt. Aus dieser Band kommt übrigens auch Joan Jett.
Später startet Lita Ford solo durch – mit Songs wie "Kiss Me Deadly". Sie war nicht einfach nur Sängerin, sondern vor allem auch Gitarristin. In einer Zeit voller Gitarrenhelden war das ziemlich außergewöhnlich.
"Close My Eyes Forever" entsteht zufällig und chaotisch
Lita Ford hatte gerade Erfolg mit "Kiss Me Deadly" und arbeitete an ihrem Album. Eines Abends schaut Ozzy Osbourne im Studio vorbei. Es wird länger, es wird feuchtfröhlich und irgendwann sitzen die beiden da und fangen an zu schreiben.
Später haben beide erzählt: Der Song ist tatsächlich in ziemlich alkoholisiertem Zustand entstanden. Aber genau das macht ihn vielleicht so besonders.
"Close My Eyes Forever" ist eben kein klassischer Hardrock
Ende der 1980er ging es im Hardrock oft um Party, Exzesse und große Gesten. Aber "Close My Eyes Forever" ist fast das Gegenteil davon. Schon der Titel klingt heftig, also für immer die Augen schließen. Da denken viele sofort an den Tod.
Tatsächlich spielt der Text genau mit solchen Bildern. Da ist von Schmerz die Rede, von Verletzungen und sogar von einem dunklen Grab. Spannend ist aber, dass der Song nie eindeutig sagt, dass es ums Sterben geht.
Eigentlich wirkt es eher wie zwei Menschen in einer Beziehung, die völlig erschöpft sind. Dieses Gefühl: Ich kann nicht mehr, ich halte das nicht mehr aus, ich würde am liebsten einfach die Augen schließen und alles ausblenden.
"Close My Eyes Forever": Die Botschaft bleibt unklar
Gerade diese Unklarheit macht den Song so stark. Er bleibt irgendwo zwischen Liebeslied, Trennungsschmerz und dunkler Fantasie hängen. Man weiß nie ganz genau: Geht es hier um das Ende einer Beziehung, oder um etwas Größeres?
Und vielleicht sorgt genau das bis heute für die Gänsehaut-Momente. Bei uns ist der Titel nicht so erfolgreich, in den USA aber ein Top10-Erfolg und damit Ozzy Osbornes erfolgreichster Solo-Hit.