Hits und Storys

Tina Turner – "What's Love Got to Do with It"

Die Karriere von Tina Turner war Geschichte. Doch Ihr Manager Roger Davis hatte eine geniale Idee, sie wieder in die Charts zu bringen: Ein neuer Sound und neue Songs. Leider konnte Tina zunächst nichts mit "What's Love Got to Do with It" anfangen...

Teilen

Stand

Von Autor/in Bernd Rosinus

Lässt man "What's Love Got to Do with It" einfach auf sich wirken, so denkt man, das ist ein schöner romantischer Lovesong. Aber im Grunde ist er genau das Gegenteil. Es geht darum, dass eine Frau sich zu ihrem Liebhaber hingezogen fühlt, seine Berührungen mag, aber dahinter spürt sie keine wirkliche Liebe:

Wenn mich deine Hand berührt, reagiert mein Puls.
Das ist nur die normale Spannung zwischen Mann und Frau.
Das ist rein körperlich und folgerichtig.
Du solltest da nicht mehr hineingeheimnissen.

Was hat das, bitte schön, mit Liebe zu tun?
Liebe ist doch nichts weiter als ein abgenutztes Gefühl.
Wer braucht denn schon ein Herz, wenn’s dann doch nur gebrochen werden kann?

Tina fremdelt noch

Vielleicht war diese etwas sperrige Botschaft der Grund dafür, dass sich Tina mit dem Song sehr schwer tat. In dieser Zeit war sie ganz unten. Ihre großen Erfolge waren Geschichte. Sie trat live auf, allerdings vor wenig Publikum.

Tina Turner - What's Love Got To Do With It (Official Music Video)

Überzeugungsarbeit

Doch Musikmanager Roger Davies glaubte fest an ihr Comeback – aber mit einem neuen, poppigen Sound. Er spielte ihr die Demoversion von "What's Love Got to Do with It" vor – und Tina war entsetzt: "Das soll ich singen? Nein!". Davies blieb hartnäckig und schickte sie zum Proben zu den Autoren des Songs. Das war schon besser, aber noch immer ließ sie der Song kalt. Doch irgendwann erkannte sie für sich eine andere Botschaft hinter dem Song, die auch im Text vorkommt:

Ich habe durchaus darüber nachgedacht, mich neu zu orientieren.
Trotzdem muss ich daran denken, mich selbst zu schützen –
derartige Gefühle machen mir Angst.

Es ist nicht die Gefühllosigkeit, die aus dem Song spricht. Es ist die Angst, enttäuscht zu werden. Damit kannte sie sich aus und für sie war dann klar: Alles hat eben doch mit Liebe zu tun. Und diese Botschaft hört man dem Song dann auch.

Hits und Storys Talking Heads – "The Name Of This Band Is Talking Heads"

Zwei Jahre vor "Stop Making Sense" (1984) veröffentlichten die Talking Heads ihr Live-Album "The Name Of This Band Is Talking Heads". Es zeigt sie in einer Phase der Veränderung.

ARD Musikclub 80er SWR1

Hits und Storys MTV Unplugged mit Bob Dylan: Nicht einfach nur ein Rückblick

Bei MTV Unplugged spielt Meister Bob Dylan 1994 viele seiner Klassiker. Der Meister spielt beim Rückblick seine Vergangenheit aber nicht nach. Er interpretiert sie neu.

ARD Musikclub 90er SWR1

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Bernd Rosinus
SWR1 Musikchef Bernd Rosinus erzählt die Geschichten zu den größten Hits aus der Rock- und Popmusik. © SWR
Onlinefassung
SWR1 Rheinland-Pfalz
Eins gehört gehört. SWR1. (Schriftzug SWR1 auf gelbem Hintergrund)