Martha Wash – Von The Weather Girls zur unsichtbaren Stimme der 90er
In den 80er-Jahren feiern The Weather Girls mit "It's Raining Men" einen Welterfolg. Doch weitere Hits bleiben aus. Das Duo zerbricht.
Martha Wash zieht zurück in die USA und beginnt als Studiosängerin zu arbeiten. Sie singt für verschiedene Produzenten. Teilweise engagierte man sie, um angeblich an Demo-Versionen für andere mitzuarbeiten.
Ihre Beteiligung an "Gonna Make You Sweat"
Ein fast schon ikonisches Beispiel ist "Gonna Make You Sweat" von C+C Music Factory. Nach den angeblichen Demoaufnahmen hat sie nichts mehr von den Produzenten gehört. Umso größer ihre Überraschung, als sie in einem Hotel zufällig das Video zum Song sieht.
Die C+C Music Factory hat Models engagiert, die zu ihrer Stimme die Lippen bewegen. Möglicherweise, weil den Produzenten Martha Wash durch ihr Übergewicht optisch nicht ins Konzept passte.
Ein weiterer Titel ist "Everybody Everybody" von Black Box. So passiert es mehrfach. Ihre Stimme wird in großen Hits verwendet, sie selbst bleibt unsichtbar. Insgesamt steht sie hinter 15 Nummer-1-Dance-Hits der 90er.
Ihre Stimme verändert Gesetze
Sie geht vor Gericht. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit werden ihr eine angemessene Bezahlung und die Nennung ihres Namens in den Credits zugestanden. Ihr Fall hat sogar zu einer Gesetzesänderung in den USA geführt – von da an müssen Produzenten die tatsächlichen Sängerinnen und Sänger benennen.
Heute lebt Martha Wash in San Francisco und veröffentlicht Platten auf ihrem eigenen Label. Sie kann von sich behaupten: Meine Stimme kann nicht nur Hits machen, sondern sogar Gesetze verändern.