Und genau deshalb ist dieses Album von 1987 so spannend. Meat Loaf hatte mit "Bat Out Of Hell" im Jahr 1977 einen der größten Rock-Erfolge aller Zeiten gelandet – über 40 Millionen verkaufte Exemplare weltweit. Aber danach kam erstmal der Absturz.
Meat Loaf "Live at Wembley" und das große Comeback
Meat Loaf war für einige Monate lange auf Tour, hatte Probleme mit der Stimme und Drogen. Dazu kam noch der Streit mit seinem Komponisten, Jim Steinman, der für ihn diese typischen "Bombast-Songs" geschrieben hatte. Danach folgten schwächere Alben, Geldprobleme und persönliche Krisen.
Es war einiges schiefgelaufen. In den späten 70ern waren die Tourproduktionen extrem aufwendig, teuer, teilweise völlig überdimensioniert. Gleichzeitig funktionierte sein Finanzmanagement nicht gut. Meat Loaf hat später selbst gesagt, er habe Verträge unterschrieben, ohne sie wirklich zu verstehen.
Daraus folgten juristische Auseinandersetzungen, insgesamt rund 45 Klagen mit einem Streitwert von etwa 80 Millionen Dollar. Hinzu kamen noch Forderungen ehemaliger Geschäftspartner, Streit um Einnahmen und Vertragsverletzungen. 1983 musste Meat Loaf Privatinsolvenz anmelden.
Kein Glamour mehr – Meat Loaf wagt den Neustart
Mitte der 80er musste er wieder ganz unten anfangen. In den USA galt seine Karriere als beendet, in Europa war das ein bisschen anders. Vor allem in Großbritannien und Deutschland ist das Publikum loyal geblieben
Er hat sich wieder ein Publikum aufgebaut. Zuerst trat Meat Loaf in kleinen Clubs und Pubs auf. Also überall dort, wo man ihn noch gebucht hat. Das war kein Glamour mehr, sondern Überlebensmodus. Seine Frau Leslie hat sich sogar zur Reiseagentin ausbilden lassen, um Tourkosten zu sparen. Das war harte Aufbauarbeit.
Meat Loaf und der weite Weg nach Wembley
Mit Ausdauer hat sich Meat Loaf ein neues, treues Publikum aufgebaut. Die Hallen wurden langsam größer. Und am 1. und 2. März 1987 steht er schließlich in der Wembley Arena in London. Dieses Konzert wird aufgenommen und später als "Live at Wembley" veröffentlicht.
In Wembley klingt er überraschend kraftvoll. Das ist kein Sänger im Niedergang, man hört einen Kämpfer. Songs wie "Bat Out of Hell" oder "Paradise by the Dashboard Light" haben wieder diese theatralische Wucht. Natürlich ist die Stimme nicht mehr ganz so unbeschwert wie 1977, aber sie hat Charakter und vor allem noch dieses typische Volumen.
Dieses Live-Album ist kein Comeback-Blockbuster, aber ein Beweis: Meat Loaf ist noch da.
Man könnte "Live at Wembley" als Übergangsdokument beschreiben. Dieses Live-Album ist kein Comeback-Blockbuster, aber ein Beweis: Meat Loaf ist noch da. Die Tour war auch ein Mittel, ihn im Gespräch zu halten – und finanziell über Wasser. Und genau diese Stabilisierung ermöglicht später das große Comeback: 1993 erscheint "Bat Out of Hell II: Back into Hell" mit "I’d Do Anything for Love" – und plötzlich ist er wieder ganz oben.
"Live at Wembley" zeigt keinen Superstar auf dem Zenit – sondern einen Künstler, der sich zurückkämpft. Und genau das macht dieses Album so glaubwürdig. Man hört die Geschichte mit.