Bob Dylans Bilanz zum 85. Geburtstag: Literaturnobelpreis und Rock’n’Roll Hall of Fame
Bob Dylan wurde vielfach ausgezeichnet. Er hat 2012 die höchste zivile Auszeichnung der USA, die "Presidential Medal of Freedom" erhalten, 2016 sogar den Literaturnobelpreis bekommen. Und bereits 1988 wurde er in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen.
Er ist ein Jahrhundertkünstler – ganz gleich, ob man ihn nun mag oder nicht. Er hat Songs geschrieben, die einen gewissen Zeitgeist einfangen. Vor allem in den 1960ern seine Protestsongs für die Friedensbewegung in den USA wie "Blowin' In The Wind". Den gab es dann auch auf Deutsch, zum Beispiel von Juliane Werding.
Rückblick: Bob Dylan ist mit seinen Protestsongs Sprachrohr einer ganzen Generation
Der Song hat ganze Generationen geprägt und ist heute auch in jedem Schul-Musikbuch zu finden. Die Bürgerrechtsbewegung war für Bob Dylan damals auch sehr wichtig. Die Gleichberechtigung von Weiß und Schwarz, von Mann und Frau.
Auch das "Social Media"-Zeitalter, die Flut an Informationen, hat er in den 1960ern schon bemängelt und als krankmachend eingestuft mit "A Hard Rain’s A-Gonna Fall".
Dylan hat sich eingemischt. Er war zurecht eine Art Sprachrohr für eine ganze Generation.
Bob Dylan feiert 85. Geburtstag und ist immer noch on Tour
Auch 2026 gibt es mit Sicherheit genug Themen, über die er singen und einen Song schreiben könnte. Aber: Über all die Themen, über die Sinnlosigkeit von Krieg, Menschenrechte, den ständigen Wandel und die eigene Vergänglichkeit hat er schon gesungen.
Und das tut er auch immer noch. Er ist auf Tour, allerdings nicht bei uns, sondern in den USA. Allein im Juni/Juli spielt er 35 Konzerte, das heißt mindestens jeden zweiten Tag ein Konzert.
Für den Künstler Bob Dylan ist Musik eine Art Mode
Über seine Live-Konzerte gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Es gibt Fans, die total enttäuscht aus einem Dylan-Konzert rausgehen. Er spielt heute mehr Klavier, weil er das mit seinem Rücken besser vereinbaren kann.
Und man erkennt nicht jeden Song, was aber spannend ist. Denn die Musik ist für Dylan nur so eine Art Mode, wie eine Hemd- oder Hosenfarbe. Die kann er wechseln. Seine Texte verändert er dagegen nie.
Seit 1962 veröffentlicht Bob Dylan Songs – gesellschaftskritische und friedensbewegte Songs. Rund 40 Studioalben sind im Laufe seiner Karriere entstanden.
Darauf sind unzählige Welthits. Auch Welthits, die erst durch andere zu Welthits geworden sind. "Knockin' On Heaven's Door" ist zum Beispiel ein Klassiker für Guns N' Roses geworden.
Oder auch "To Make You Feel My Love" in der Version von Adele. Der Song ist auf ihrem Debütalbum – ein großer Karrieremove für Adele damals – und im Original von Bob Dylan.
Über diese Schicksalsbegegnungen hat Dylan auch einen ganz fantastischen Song geschrieben: "Simple Twist Of Fate". Es geht um die einfache Wendung des Schicksals. Darum, dass eine flüchtige Begegnung dein komplettes Leben verändern kann.