Konzertpianist Joja Wendt spielte wie jedes Jahr ein Neujahrskonzert in der Elbphilharmonie in Hamburg, als er mit Holger Hübner, Mitorganisator und Erfinder des Wacken Open Airs, ins Gespräch kam. Er lädt den Pianisten nach Wacken ein.
Was Joja Wendt zunächst als Scherz abtut, weckt bald den Erfindergeist in ihm: „Wenn das so sein soll, dann muss ich mir auch was Besonderes einfallen lassen.“ Er will den ersten Heavy-Metal-Flügel bauen, den es jemals in der Geschichte gegeben hat.
Aus einer Zeichnung wird das „Biest“
Normalerweise dauert der Bau eines Konzertflügels um die drei Jahre. Für den Flügel aus Metall war nur ein gutes Jahr Zeit. Eine Herausforderung für Joja Wendt, die ihm aber auch Spaß macht. Am Anfang stand eine Zeichnung.
Ich dachte, das muss in die Richtung Alien gehen, wie aus Stahl gewordenes organisches Material. Das muss leben.
Mithilfe von KI wird aus der Zeichnung ein dreidimensionales Modell, die Wendt einem Metallbauer vorlegt. Insgesamt arbeitet ein Team von 20 Leuten an dem Instrument aus Metall. Die Kosten dafür liegen im sechs-stelligen Bereich.
Ein feuerspuckendes Klavier mit Hörnern und Schweif
Das „Biest“, wie Joja Wendt sein neues Instrument liebevoll nennt, hat Hörner und einen Schweif. Außerdem kann es Funken sprühen. In dem Flügel ganz aus Metall ist nämlich Pyrotechnik verbaut.
Eisen-Tasten für Beethoven und Metallica
Für Joja Wendt war klar, wer auf der härtesten Bühne spielt, braucht auch Tasten aus Eisen. Eine große Herausforderung für den Pianisten, denn die Tasten haben eine ganz andere Haptik und auch ein anderes Gewicht.
Beim Wacken Open-Air-Festival spielt Joja Wendt in seiner Show „Iron Keys“ eine Mischung aus alten Metal-Klassikern, die jeder kennt und mitsingen kann, und klassischer Musik. Denn Beethoven, so sage man, sei der erste Hardrocker gewesen, den es gegeben hat.