„Klares ja“: Musik kann helfen
Zu unserer Themenwoche über Einsamkeit erzählt Musiktherapeutin Mona Dittrich aus ihren Erfahrungen: Kann Musik gegen Einsamkeit helfen? Wie findet die Musik innerhalb der Sitzungen statt und wie setzt man sie bei Einsamkeit ein? Diese und weitere Fragen beantwortet die Musiktherapeutin gegenüber SWR Kultur.
Laut Mona Dittrich kann Musik auf jeden Fall gegen Einsamkeit helfen. Denn Musik aktiviert zum einem das Gehirn, zum andern habe Musik ein verbindendes Element, zum Beispiel beim Singen mit der Menge beim Livekonzert. Gleichzeitig ist die Musik aber kein Allheilmittel und stößt auch bei der Einsamkeit an ihre Grenzen, besonders bei psychischen Erkrankungen.
Rezeptive und aktive Musiktherapie
Es gibt kein bestimmtes Genre, dass bei der Musiktherapie besonders oft eingesetzt wird, da der Musikgeschmack äußerst individuell ist. Jene Musik, die mit positivem Lebensgefühl verbunden ist, hilft auch bei Einsamkeit.
Die Musiktherapie unterscheidet, so Dittrich, in rezeptive und aktive Musiktherapie. Bei der rezeptitven wird Musik vorgespielt, bei der aktiven machen die Patientinnen und Patienten selbst Musik oder machen Rhythmusübungen am eigenen Körper, bei einer Depression hilft das zum Beispiel, um den Körper zu aktivieren.
Musikthema Komponierte Einsamkeit
Dinge sind im Fluss und die Zeiten ändern sich – das betrifft auch das Thema Einsamkeit. In der Musik steht Einsamkeit unter anderen Vorzeichen: Professionelle Musiker und Komponisten sind aufs Alleinsein angewiesen und müssen damit umgehen. Nicht wenige Instrumentalisten üben sechs Stunden täglich allein mit ihrem Instrument. Komponistinnen und Komponisten ziehen sich tage-, wochen-, ja monatelang in ihr Stübchen zurück, um konzentriert an der abstrakten Materie namens Musik zu arbeiten. Physisches Alleinsein ist etwas anderes als seelisch-emotionales einsam fühlen – aber beides ist verbreitet in der Musik. Torsten Möller begibt sich auf Spurensuche.